Bilanzpressekonferenz: BLB veröffentlicht Jahresergebnis 2016 nach IFRS

Der Vorstand der BLB stellte das Jahresergebnis 2016 vor: (v.l.) Dr. Guido Brune, Andreas Hähndel, Vorstandsvorsitzender Christian Veit und Björn Nullmeyer. 

Bremen, 6. April 2017

  • BLB schließt Geschäftsjahr 2016 mit deutlichem Verlust

  • Massive Aufstockung der Risikovorsorge für Schiffe

  • Wachstum im Kerngeschäft mit Firmen- und Spezialfinanzierungskunden sowie im Private Banking

  • Fusion mit NORD/LB und Ausrichtung als Kunden- und Mittelstandsbank

Die Bremer Landesbank (BLB) hat das Geschäftsjahr 2016 wie erwartet mit einem Negativergebnis abgeschlossen. Das Konzernergebnis vor Steuern belief sich nach IFRS auf minus 1,4 Milliarden Euro und ist die Folge einer massiven Aufstockung der Risikovorsorge für Schiffsfinanzierungen um insgesamt 1,5 Milliarden Euro. Die Bank reagierte damit auf die weitere, drastische Verschärfung der globalen Schifffahrtskrise.

Christian Veit, Vorsitzender des Vorstandes der BLB: „Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2016 wurde massiv durch die Krise im Schifffahrtssegment beeinträchtigt. Wir sind dem konsequent durch eine hohe Risikovorsorge und einer deutlichen Reduzierung des Schiffskreditportfolios begegnet und haben das Zins- und Provisionsergebnis stark belastet. Ab 2017 werden wir uns voll auf unser Kerngeschäft als Kunden- und Mittelstandsbank konzentrieren.“

Geschäftsjahr mit Höhen und Tiefen: Probleme im Schiffsfinanzierungsbereich, Erfolge im Kerngeschäft mit Firmen- und Spezialfinanzierungskunden sowie im Private Banking

Die Schiffsfinanzierungen standen aufgrund der zum Teil gravierenden Verschärfung der Marktsituation in 2016 weiterhin unter massivem Druck. Die BLB hat auf diese Situation reagiert und die Anzahl der finanzierten Schiffe in 2016 um weitere 73 auf 575 Schiffe per 31.12.2016 reduziert. Der Rückgang des gesamten Finanzierungsvolumens im Bereich Schifffahrt in 2016 lag bei rund 0,8 Milliarden Euro. Zudem wurde das verbleibende Portfolio durch die signifikante Erhöhung der Risikovorsorge verstärkt abgeschirmt. Dies führte zu einer hohen Ergebnisbelastung für die Bank.

Wesentliche positive Ergebnisbeiträge im weiteren Kundengeschäft lieferte vor allem der Bereich Erneuerbare Energien. Hier hat sich das Neugeschäft im Jahr 2016 sehr erfreulich entwickelt und lag mit rund 1 Milliarde Euro über den Erwartungen.

Im Firmenkundengeschäft konnte die BLB trotz herausfordernder Wettbewerbssituation und eines Rückgangs der Kreditmargen weiter wachsen. Das Neugeschäftsvolumen betrug hier rund 0,5 Milliarden Euro, davon entfielen rund 0,2 Milliarden Euro auf den Bereich Sozialimmobilien.

Eine zusätzlich positive Entwicklung zeigt sich in der Absicherung von Agrar-Rohstoffen im Rahmen des Agrar-Commodity-Handels. Hiervon profitieren zunehmend auch die Kunden der Milchwirtschaft.

Über Plan verlief auch das Geschäft im Private Banking. Dank vertrauensvoller, partnerschaftlicher und langfristiger Kundenverbindungen konnten Zuwächse in der Vermögensverwaltung sowie in der Investorenfinanzierung verbucht werden. Der BLB Global Opportunities Fund erreichte innerhalb eines Jahres einen Bestand von 50 Millionen Euro.

Bei der Refinanzierung von mittelständischen Mobilien-Leasinggesellschaften hat die BLB ihre führende Position in Deutschland behauptet. Darüber hinaus begleitet sie Factoring- und Einkaufsfinanzierungsgesellschaften in Deutschland. Die BLB hat hier eine Kompetenzcenter-Funktion im NORD/LB-Konzern. 2016 betrug das Neugeschäft in Leasing/Factoring insgesamt rund 1 Milliarade Euro.

Erfolgreiche Spezialisierung in Bau- und Immobilien: Das Finanzierungsvolumen bei Gewerbe-, Sozial- und privaten Wohnimmobilien betrug zum 31.12.2016 knapp 2,6 Milliarden Euro. Dabei machten Gewerbeimmobilien mit mehr als 1,5 Milliarden Euro den größten Anteil aus. Das Finanzierungsvolumen verzeichnete in 2016 ein Wachstum von 4,5 Prozent. Im Bereich Privatkunden betrug das Kreditportfolio im Immobiliensegment per 31.12.2016 rund 1,1 Milliarden Euro. Das Neuzusagenvolumen belief sich in 2016 auf etwa 0,2 Milliarden Millionen Euro.

In den Bereichen Bau- und Immobilien und Leasing/Factoring arbeitet die BLB im Betreuungsansatz Hand in Hand mit der BLB Immobilien GmbH und der BLB Leasing GmbH. Beide Unternehmen ergänzen die Dienstleistungs- und Produktpalette der BLB.

Veränderung der Eigentümerstruktur

Der sich im Laufe des Geschäftsjahres 2016 bereits abzeichnende Verlustausweis führte zu einer Veränderung der Eigentümerstruktur der Bank. Die BLB wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2017 vollständig von der NORD/LB übernommen, nachdem die Freie Hansestadt Bremen und der Sparkassenverband Niedersachen ihre Anteile an der BLB an die NORD/LB verkauft hatten.

Im Zusammenhang mit der Übernahme aller Anteile an der BLB durch die NORD/LB haben die beiden Gesellschaften einen Beherrschungsvertrag mit Verlustausgleichsanspruch abgeschlossen. Ergänzend hat die NORD/LB eine harte Patronatserklärung für die BLB abgegeben. Die BLB soll noch in diesem Jahr vollständig mit der NORD/LB fusioniert werden, vorbehaltlich der Zustimmung durch die zuständigen Gremien der beiden Banken.

Christian Veit: „Mit dem Zusammenschluss verfolgen NORD/LB und BLB drei Ziele: die Sicherung und den Ausbau des Kundengeschäftes, eine nachhaltige und deutliche Kostensenkung und ein einheitliches Risikomanagement mit klarer Governance. Voraussetzungen dafür sind ein zukunftsfähiges, überschneidungsfreies Geschäftsmodell und effiziente Prozesse und Strukturen im Konzern.”

Ausblick: als führende Kunden- und Mittelstandsbank in Bremen und Oldenburg aktiv

Als Teil der NORD/LB bleibt die BLB eine Spezialistenbank. Zahlreiche Mitarbeiter verfügen über besonderes Branchen-Know-how; so finanziert die Bank deutschlandweit Energieunternehmen und -projekte, Ernährungs- und Landwirtschaftsbetriebe, Unternehmen der Wohnungswirtschaft und Sozialimmobilien sowie Leasinggesellschaften. Dieses Geschäft wird weiter ausgebaut.

Das Kunden- und Mittelstandsgeschäft mit Firmenkunden in Nordwestdeutschland und das Private Banking für anspruchsvolle Privatkunden steuert die BLB in Bremen und Oldenburg. Beide Standorte bleiben erhalten.

Christian Veit: „Unser bewährtes Betreuungskonzept bleibt bestehen. Unsere Kunden haben weiterhin feste Ansprechpartner, Spezialisten und Entscheider in Bremen und Oldenburg vor Ort.“

Die bisher in beiden Häusern getrennt geführten Geschäftsbereiche Schiffsfinanzierungen werden in der NORD/LB zusammengeführt und gesteuert – mit Ansprechpartnern in Bremen vor Ort.

Auch die Bündelung des Kapitalmarktgeschäftes im NORD/LB-Konzern ist vorgesehen. Das Leistungsangebot der BLB wird sich dadurch erweitern. Kunden der BLB haben künftig den direkten Zugang zu allen Produkten und Dienstleistungen des NORD/LB-Konzerns. Auch im Kapitalmarktgeschäft wird es weiterhin Ansprechpartner in Bremen geben.

Insgesamt ist die BLB mit ihrem Marktauftritt weiter als führende Kunden- und Mittelstandsbank im Nordwesten aktiv. Dafür stehen zukünftig die Stärke und die Kompetenzen des gesamten NORD/LB-Konzerns hinter ihr.

Christian Veit: „Mit dem klar definierten Marktauftritt haben NORD/LB und BLB einen deutlichen Wettbewerbsvorteil. Kräfte bündeln gilt für Kapital, Liquidität und Risikomanagement ebenso wie für Spezialisten-Know-how. Steigende regulatorische Anforderungen an Banken muss die BLB zukünftig nicht mehr alleine umsetzten bzw. erfüllen. Das erspart uns doppelte Projektaufwände der Vergangenheit. So können wir unsere Ressourcen und Fähigkeiten wieder mehr in unser Kerngeschäft und in Kundenorientierung investieren. Damit steigern wir unsere Profitabilität, stärken unsere Substanz und sichern Zukunft.”

Erläuterungen zum Geschäftsjahr 2016

Ergebnispositionen

Insgesamt belief sich das Zinsergebnis vor Risikovorsorge auf 365 Millionen Euro (413 Millionen Euro 2015). Neben der weiteren Konsolidierung der Schiffsfinanzierungen wirkt sich hier insbesondere das niedrige Zinsniveau aus.
Das Provisionsergebnis hat sich im Kerngeschäft der Bank weitgehend stabil entwickelt, verringerte sich jedoch signifikant aufgrund von Provisionszahlungen im Zusammenhang mit Absicherungsmaßnahmen in den Geschäftsjahren 2015 und 2016 von 41 Millionen Euro auf 24 Millionen Euro. Die BLB nutzt seit 2015 synthetische Verbriefungen als Instrument zur Steuerung von Kreditrisiken. Ziel der Maßnahmen ist die Entlastung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquoten.
Im Wesentlichen für Beratungsaufwendungen in regulatorisch bedingten Projekten und aufgrund einer höheren Bankenabgabe ist der Verwaltungsaufwand von 193 Millionen Euro auf 212 Millionen Euro gestiegen. Die darin enthaltenen operativen Personal- und Sachkosten konnten weiter reduziert werden.
Das Ergebnis vor Steuern für das Jahr 2016 beträgt minus 1,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 4 Millionen Euro).

Vermögenslage

Mit Blick auf die zusätzlich erforderlich gewordene Risikovorsorge per 31.12.2016 sowie die in 2017 erneute Anhebung der Mindestkapitalanforderungen gemäß Basel III haben BLB und NORD/LB weitere Kapitalmaßnahmen vereinbart und umgesetzt. Eine Barkapitalerhöhung durch die NORD/LB im Umfang von 400 Millionen Euro sowie weitere Maßnahmen zur Stärkung der Kapitalquoten wurden im März 2017 umgesetzt. Mit Wirkung zum 31.3.2017 hat die Bankenaufsicht die Unterlegung der Risiken der BLB mit Kapital des NORD/LB-Konzerns genehmigt (Waiver).
Das bilanzielle Eigenkapital liegt mit Umsetzung der Kapitalerhöhung um 400 Millionen Euro bei  895 Millionen Euro, die harte Kernkapitalquote wird zum Ende des ersten Quartals wieder über 8 Prozent erwartet.
Die Bilanzsumme beläuft sich zum 31.12.2016 auf 28,9 Milliarden Euro (Vorjahr 30 Milliarden Euro).
Der Anteil des Kundengeschäftes an der Bilanzsumme beträgt 77,2  Prozent (Vorjahr: 76,0  Prozent).



Zur BLB
Modern, schnell und einfach: Das ist die BLB. Mit ihrer Spezialisten-Kompetenz und fundiertem Branchenwissen unterstützt die Bank Unternehmen und Privatkunden mit erstklassigen Lösungen zur Finanzierung und Vermögenssicherung. Mit rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Bremen und Oldenburg gehört die BLB zu den führenden Kreditinstituten im Nordwesten.

Disclaimer
Diese Presseinformation enthält zukunftsbezogene Aussagen. Sie sind erkennbar durch die Begriffe wie „erwarten“, „beabsichtigen“, „planen“, „anstreben“, „einschätzen“ und beruhen auf unseren derzeitigen Plänen und Einschätzungen. Die Aussagen beinhalten Ungewissheiten, da eine Vielzahl von Faktoren, die auf unser Geschäft einwirken, außerhalb unseres Einflussbereichs liegen. Dazu gehören vor allem die Entwicklung der Finanzmärkte sowie die Änderungen von Zinssätzen und Marktpreisen. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können erheblich von den heute getroffenen Aussagen abweichen. Die Bremer Landesbank übernimmt keine Verpflichtung und beabsichtigt auch nicht, solche Aussagen angesichts neuer Informationen oder künftiger Ereignisse anzupassen.

War dieser Artikel hilfreich?