Vermögenssicherung

Cyber-Versicherung

Don’t wanna cry!

veröffentlicht am 29.06.2017 |  
André Müller

André Müller

Spezialist für Versicherungen

Auf einmal erstarrten die Anzeigentafeln der Bahn. Statt Zugverbindungen präsentierte sich der weltweite Cyber-Virus „wanna cry“. Weniger öffentlich erfolgen tagtäglich die Attacken, über die Unternehmen ungern sprechen. Die Herzkammern der Wirtschaft, ihre digitalen Systeme werden gekapert, unterwandert, erpresst oder gar zerstört. Laut dem „Readiness Report 2017“ stellten 56 Prozent der deutschen Unternehmen vergangenes Jahr mindestens einen gezielten Cyber-Angriff fest. Ein Bremer Unternehmen, Spezialist für Datensicherheit, verzeichnet bei seinen Kunden in 50 Ländern 100.000 gezielte Cyber-Angriffe, täglich! Die meisten Attacken erfolgen auf Unternehmen der Fertigungsindustrie, der Kommunikationstechnologie und Finanzdienstleistungen, zwei von drei Unternehmen sind hier betroffen.

Gefährliches Versicherungsvakuum

„Cyber ist DAS Thema geworden“, sagt André Müller, Spezialist für Versicherungen. Aus langjähriger Erfahrung weiß er, dass die klassischen Policen für die Folgen einer Cyber-Attacke kaum oder gar nicht relevant sind: „Unternehmen und Freiberufler sindgrundsätzlich in den traditionellen Versicherungssparten abgesichert, was in der Regel die Kompositversicherungen betrifft. Das sind Sachversicherungen, die zum Beispiel Gefahren wie Feuer, Wasser, Diebstahl, Transporte oder Elektronik umfassen. Zwischen ihnen und Cyberdeckungen besteht aber keine Überschneidung, weil Kompositversicherungen reell bezifferbare physische Werte versichern. Cyber hingegen betrifft imaginäre, sehr unkonkrete Werte, die nur schwer zu beziffern sind.“ Seit drei Jahren verspürt der Versicherungsspezialist ein stark wachsendes Marktbedürfnis nach Absicherung von Cyber-Schäden. Denn das Portfolio des Risikos bei Unternehmen und Freiberuflern ist groß. Es kann ganze Produktionen für Wochen anhalten, Patientendaten vernichten, mithin den Ruin eines Unternehmens bedeuten.

Cyber-Policen im Kommen

Das Thema Cyber-Versicherung ist ein Spezialisten-Thema. André Müller arbeitet für die BLB mit dem Kooperationspartner VGH Versicherungen Hannover sowie mit spezialisierten Maklern aus der Region zusammen, um dem Kunden das passende Konzept zu erstellen. „Cyberpolicen sind im Prinzip für Unternehmen jeder Größenordnung relevant“, sagt er. „Jeder Selbstständige sollte für sich verifizieren, ob und wie hoch das Cyber-Risiko ist, das das Unternehmen, die Kanzlei oder die Arztpraxis in Bedrängnis bringen kann.“ So steht am Anfang einer jeden Beratung die detaillierte Analyse, wie Daten gesichert und im Schadensfall wiedererlangt werden. Dann folgt die Bewertung, wie sensibel die Daten sind, welche Schäden innen und außen entstehen können. Das gesamte Geschäftsmodell wird durchleuchtet. „Die Kosten einer Cyber-Police orientieren sich letztendlich an verschiedenen Kriterien wie der Branche, dem Unternehmensumsatz sowie der Versicherungssumme“, sagt André Müller.

Vielfalt der Cyber-Policen

Die Ausgestaltung der Cyber-Policen entwickelt sich parallel zur digitalen Entwicklung. „Es gibt die Eigenschadenversicherung, die die eigenen Kosten deckt, die durch einen Cyber-Schaden entstehen“, sagt der Spezialist. „Oder die Haftpflichtversicherung, die sich auf Schadensersatzansprüche von Dritten bezieht.“ Weitere Bausteine können den Schutz bei Cyber-Diebstahl, Betriebsunterbrechung durch Cloud-Ausfall und Bedienfehler ergänzen. Cyber-Trainings für Mitarbeiter oder die Übernahme von PR-Kosten nach einem öffentlichen Cyber-Crash sind weitere Optionen. Zu denen André Müller fallweise aber nicht immer rät: „Cyber-Policen sind dann sinnvoll, wenn etwaigen Attacken nicht mit Bordmitteln begegnet werden kann. Unser Fragenkatalog arbeitet die individuelle Gefährdung sehr deutlich heraus. Mindestens zur Analyse kann ich nur raten, denn sonst tragen allein die Unternehmen oder Freiberufler das finanzielle Risiko.“ Dies dürfte beim Virus „wanna cry“ bei 220.000 befallenen Computern in 150 Ländern milliardenschwer gewesen sein . Eine Cyber-Versicherung kann für das Gegenteil sorgen: don’t wanna cry.

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