Vermögensnachfolge

Verkaufen, vererben, stiften

Drei Möglichkeiten der Unternehmensnachfolge

veröffentlicht am 29.03.2016 |  
Michael Lürßen

Michael Lürßen

Spezialist für Stiftungen und Generationenmanagement

Tags: #Unternehmensfortführung

Grundsätzlich gibt es drei Wege, das eigene Unternehmen in andere Hände zu legen: Der Firmeninhaber kann sein Unternehmen vererben, er kann eine Stiftung einrichten, die das Vermögen nach den Wünschen und Vorstellungen des Inhabers verwaltet oder er kann zu Lebzeiten verkaufen.

Vorsorgen, damit das Unternehmen im Familienbesitz bleibt

Nur wenige Unternehmen schaffen es, auch nach der dritten Generation noch im Familienbesitz zu bleiben, auch wenn das oft der erste Wunsch des Unternehmers ist. Manchmal liegt es am Markt, manchmal daran, dass niemand übernehmen will. Oft liegt es auch einfach daran, dass die Übergabe schlecht organisiert ist oder emotionale Konflikte im Vordergrund stehen. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, einen externen Berater hinzu zu ziehen, der die Gespräche moderiert und bei den notwendigen Vorbereitungen hilft.

Wenn kein Erbe die Firma übernehmen wird, kann eine Stiftung sinnvoll sein

Nicht alle Unternehmer haben Kinder. Andere haben zwar Kinder, können sich aber nicht vorstellen, dass diese das Geschäft weiter führen. Oder es steht fest, dass die Kinder das Unternehmen ohnehin nicht übernehmen wollen. Wenn das Unternehmen erhalten werden soll und der Firmeninhaber gleichzeitig seine Familie absichern möchte, liegt es nahe, über das Einrichten einer Familienstiftung nachzudenken. Ein Vorteil: Eine Stiftung kann nicht einfach von einer fremden Firma übernommen werden.

Personen, die in der Stiftungssatzung festgelegt werden, erhalten eine regelmäßige Zahlung und sind so abgesichert. Eine Familienstiftung verhindert, dass das Familienvermögen im Laufe mehrerer Erbgänge zersplittert.

Unternehmensverkauf: Der deutsche Mittelstand ist besonders attraktiv

Manchmal ist ein Verkauf die gewünschte Form der Nachfolge. Mittelständische deutsche Unternehmen sind weltweit einzigartig. Es gibt mehr Hidden Champions unter ihnen als in jedem anderen Land. In der Mehrzahl sind dies Familienunternehmen. Firmeninhaber leiten sie mit Hingabe und außergewöhnlicher Branchenkenntnis. Die Bilanzen sind auch deshalb häufig tadellos, weil der Inhaber so nah am Kerngeschäft ist: Er weiß, wo er investieren muss. Deshalb haben sowohl in Deutschland als auch weltweit viele Investoren Interesse an diesen Firmen.

Wer sein Unternehmen verkaufen möchte, sollte sich rechtzeitig auf die Suche nach einem Nachfolger machen. Ideal ist es, wenn der Nachfolger schon zu den aktiven Zeiten des Firmeninhabers in das Unternehmen eintritt. Er profitiert dann von der Erfahrung des Älteren, und dieser kann noch lenkend eingreifen. Der Firmeninhaber kann beruhigt in den Ruhestand gehen, wenn er weiß, dass das Unternehmen kompetent und in seinem Sinne weitergeführt wird.

Die Frage, die bei der Nachfolgeproblematik hilft, ist: Was ist mein Ziel?

Neben einem Verkauf sind natürlich auch andere, für die Firma liquiditätsschonendere Möglichkeiten denkbar, wie ein Verkauf unter Berücksichtigung von lebenslangen Pensionszahlungen zu Gunsten des früheren Inhabers. Außerdem kann ein Beratervertrag zwischen altem und neuem Eigentümer vereinbart werden, um auch inhaltlich einen komplikationslosen Übergang zu schaffen – der abgebende profitiert zusätzlich durch die Honorareinnahmen und das „Loslassen“ erfolgt langsam – ein häufig wichtiger Aspekt.

Was ist mein Unternehmen eigentlich wert?

Die meisten Unternehmer können recht gut einschätzen, wie ihre Firma aufgestellt und was sie wert ist. Für einen Verkauf ist eine genaue Bewertung dennoch unerlässlich, auch weil nur eine faire Bewertung zum Verkaufserfolg führt. Der faire Unternehmenswert wird anhand anerkannter Verfahren, wie dem Ertragswertverfahren ermittelt. Hier spielen allerdings auch andere Faktoren, wie Konkurrenzsituation, Kundeneinschätzung oder Wettbewerbssituation eine Rolle.

Die Frage, die bei der Nachfolgeproblematik hilft, ist tatsächlich: „Was ist mein Ziel?“ Sie bringt den Firmeninhaber auf den Weg, vorausschauend zu denken und Angelegenheiten über sein eigenes Leben hinaus zu arrangieren. Unternehmer, deren Ziel es ist, ihre Familie umfassend und gerecht abzusichern, tun gut daran, konkret zu klären, wie es weitergeht. Wer vor allem seine Firma im Blick hat und möchte, dass sie auch nach eigenen Lebzeiten weiter floriert, sollte sich frühzeitig um die Nachfolgeregelung kümmern.

Das Thema aufzuschieben, ist der schlechteste Weg, weil dadurch Möglichkeiten zur Gestaltung verpasst werden. Genau wie alle anderen Bereiche des Geschäfts muss auch die Nachfolge geklärt werden. Testament, Vollmachten, Unternehmensnachfolge – mit umsichtiger und frühzeitiger Planung lässt sich all das regeln.

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