Internationales Geschäft

Denkanstöße für die Sicherheit im Außenhandel

Tipps zur Cyberkriminalität, Wirtschaftsspionage, Social Engineering und Reisesicherheit

Der Blick über den Tellerrand gehört für Marc Müller, Spezialist für Internationales Geschäft bei der BLB, zu einer guten Beratung und dient der Vertiefung der Kundenbindung. „Ich finde es wichtig, mit unseren Kunden auch über Themen zu sprechen, die auf den ersten Blick nichts mit dem eigentlichen Bankgeschäft zu tun haben“, sagt er. Zumal es für eine nachhaltige Geschäftsverbindung wichtig sei, sich in die Situation eines Kunden hineinzuversetzen: Welche Dinge bewegen ihn? Mit welchen Themen beschäftigt er sich? Und welche Fragen hat er? Entsprechend schafft Müller für seine Kunden attraktive Angebote. Zuletzt lud die Bank außenhandelsaktive Kunden ein, um sie für die Themen Cyberkriminalität, Wirtschaftsspionage, Social Engineering und Reisesicherheit zu sensibilisieren. Referent war Alexander Grimm vom Landesamt für Verfassungsschutz Bremen.

Zumindest die „Kronjuwelen“ schützen

Vor allem die zahlreichen Fallbeispiele und Handlungsempfehlungen animierten zum Nachdenken.
- Marc Müller

„Natürlich waren die Themen an sich nicht neu“, sagt Müller. „Dennoch animierten die Ausführungen des Referenten, vor allem die zahlreichen Fallbeispiele und Handlungsempfehlungen, zum Nachdenken.“ Nicht jeder, so stellte sich später heraus, hatte alle Themen mit den möglichen Konsequenzen bis ins Detail durchdacht. „Theoretisch weiß jeder, dass seine Daten auf einem Rechner ohne besondere Schutzmaßnahmen für Dritte einsehbar sind. Trotzdem schützen viele Menschen ihre Daten nicht oder nicht ausreichend. Auch Unternehmen nicht“, so Müller. Der Referent machte unter anderem auf dieses Verhalten aufmerksam und gab viele wertvolle Anregungen. Unter anderem riet er, zumindest die „Kronjuwelen“, also die wirklich wichtigen Daten eines Unternehmens, besonders zu schützen und nicht alle Unternehmensdaten externen Dienstleistern zur Verfügung zu stellen. Sicherheit, betonte Grimm, sei Chefsache! Sie müsse an der Unternehmensspitze vorgelebt werden.

Vorsicht bei USB-Sticks

Im Kontext der Wirtschaftsspionage empfahl Grimm beispielsweise, alle Besucher von Delegationen anderer Unternehmen im Auge zu behalten oder im Falle von vermeintlich gut gemeinten Werbegeschenken nicht jeden USB-Stick arglos zu verwenden. Es habe sich plötzlich schon so mancher Trojaner verbreitet – mit unangenehmen Folgen.

Tipps für Kommunikation und Technik

Individuelle Handlungsempfehlungen sind deutlich geworden.
- Marc Müller

Von Social Engineering spricht man, wenn Menschen versuchen, sich Zutritt in ein anderes Unternehmen zu verschaffen oder dort tätige Personen so zu beeinflussen, dass sie zum Beispiel vertrauliche Informationen herausgeben. Grimm legte unseren Gästen nahe, sich auch bei einem Anruf des vermeintlichen Chefs (CEO-Fraud) nicht einschüchtern zu lassen und genau zu schauen, auf welche E-Mails man reagiert und welche man lieber in den Spam-Order schiebt. Selbstverständlich ging er auch auf die Gefahren sozialer Netzwerke ein. Viele Mitarbeiter eines Unternehmens achteten nicht genug darauf, welche Informationen sie nach außen tragen. Dabei müsse man es Kriminellen beim Abfischen von sensiblen Daten doch möglichst schwer machen. Das gelte auch für die technische Ausstattung auf Geschäftsreisen. Natürlich seien diese wichtig, aber mit welcher Technik? Es müsse nicht der Firmenlaptop oder das Firmenhandy mit sensiblen Daten sein. Viel sicherer sei es, wenn man sich speziell für eine Reise einen neuen Rechner und ein Prepaid-Handy zulege und beide Geräte im Anschluss entsorge.

Zum Abschluss des Vortrages verwies der Referent auf das umfangreiche Dienstleistungsangebot des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Dieses stelle zum Beispiel auf seiner Website wertvolle Informationen zur Verfügung.

„Unsere Gäste haben zahlreiche Denkanstöße erhalten“, zeigte sich Marc Müller mit dem „guten Mix aus Information und praktischen Beispielen“ zufrieden. „Auch die Resonanz unserer Kunden war ausgesprochen positiv. Die Inhalte des Vortrages haben bei allen Anwesenden sowohl persönliche als auch für die jeweiligen Unternehmen Betroffenheit erzeugt; individuelle Handlungsfelder sind deutlich geworden.“

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