Mediziner-Banking

Ärzte: Niederlassung zahlt sich aus!

Immer mehr junge Mediziner entscheiden sich für eine Angestelltentätigkeit – sei es im Krankenhaus oder im ambulanten Bereich. Die Gründe liegen überwiegend in den flexibleren Arbeitsmodellen, dem größeren Freiraum für Familien- und Privatleben und den verlässlichen Rahmenbedingungen. Doch wie sieht es in finanzieller Hinsicht aus? Lohnt es sich, die Arbeitsbelastung und das wirtschaftliche Risiko auf sich zu nehmen und den Sprung in die eigene Niederlassung zu wagen?

In der Durchschnittsbetrachtung sind mit der Tätigkeit in eigener Praxis klare Einkommensvorteile verbunden. Dies geht aus den aktuellen Zahlen des ATLAS MEDICUS® Infodienst hervor. Danach erzielte der durchschnittliche vertragsärztliche Allgemeinmediziner in Westdeutschland im Jahr 2016 einen Praxisüberschuss (Honorareinnahmen abzüglich Praxiskosten für Personal, Räume, Material/Labor, Abschreibungen, Zinsen etc. – nicht berücksichtigt sind u. a. Ausgaben für Versicherungen, Versorgungswerk) in Höhe von knapp 155.000 € (vgl. Abbildung). In Ostdeutschland lag der Gewinn mit gut 156.000 € noch leicht höher. Der Praxisüberschuss sollte unter Berücksichtigung des höheren Risikos der Niederlassung mindestens dem Bruttoeinkommen eines Oberarztes entsprechen. Letzteres betrug laut Vergütungsreport der Beratungsgesellschaft Kienbaum rund 130.000 € (2016) und somit rund ein Fünftel weniger als der Praxisüberschuss der allgemeinmedizinischen Vertragsärzte. Da die Vergütung der in Praxen und MVZ angestellten Ärzte in Ermangelung tarifvertraglicher Regelungen einzelvertraglich geregelt wird, ist ein Vergleich schwierig. Laut Stepstone 2017 Gehaltsreport für Fach- und Führungskräfte stellen sich jedoch Klinikärzte gegenüber angestellten Ärzten im ambulanten Bereich grundsätzlich besser.

Der Schritt in die eigene Praxis dürfte sich – zumindest aus finanzieller Hinsicht – für die meisten Ärzte lohnen. Rein statistisch betrachtet liegt auch das Ausfallrisiko im sehr geringen Bereich und wird von den Nachwuchsärzten häufig überschätzt. Selbstverständlich handelt es sich bei der obigen Analyse lediglich um eine Durchschnittsbetrachtung. Ob und in welchem Ausmaß sich die Niederlassung auszahlt, hängt von vielen Faktoren ab und ist somit in jedem Einzelfall gesondert zu beurteilen. Hinsichtlich des Gewinns gibt es teilweise sehr große Unterschiede zwischen den Fachgruppen, den Regionen sowie auch innerhalb der Fachgruppen in einer bestimmten Region. Beispielsweise übertraf das durchschnittliche Praxisergebnis der vertragsärztlich tätigen Chirurgen in Westdeutschland laut ATLAS MEDICUS® Infodienst mit 175.133 € (Jahr 2016) deutlich jenes der Allgemeinmediziner. Anders in Ostdeutschland: Hier betrug der durchschnittliche Praxisgewinn bei den Chirurgen 151.898 € und lag damit unter jenem der Allgemeinmediziner. Wie der Gehaltsreport von Kienbaum zeigt, ist die Einkommenssituation in den Kliniken ebenfalls durch die Fachgruppe beeinflusst. So verdiente ein Oberarzt in der Chirurgie mit 142.000 € deutlich mehr als der Fachgruppendurchschnitt, während sich der durchschnittliche Oberarzt in der Geriatrie mit 102.000 € zufrieden geben musste.

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