Leasing- & Factoringgesellschaften

Energie-Contracting entwickelt sich zum Erfolgsmodell

Durch eine solide Refinanzierung können Contractoren moderne, umweltschonende Anlagen bieten

veröffentlicht am 15.03.2016 |  
Verena Joswig

Verena Joswig

Leasing & Factoring

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Steigende Energiepreise und der rasante technische Fortschritt sorgen dafür, dass Firmen, Kommunen, aber auch Privathaushalte verstärkt Möglichkeiten nutzen, Anlagen für die Energieversorgung nicht mehr selbst zu kaufen – sondern einen Contracting-Vertrag über deren Nutzung abzuschließen. Für Energieversorger und andere Contractoren ist dies ein Wachstumsmarkt. Um die Refinanzierung durch einen Finanzpartner sicher zu stellen, haben sie die Wahl zwischen verschiedenen Vertragsarten.

Wo wird Contracting eingesetzt?

Der Contractor übernimmt die Planung und Errichtung sowie den Betrieb der Anlage.
- Verena Joswig

Die Einsatzgebiete für Contracting sind vielfältig. Das Energieliefer-Contracting ist dabei die auf dem Markt am weitesten verbreitete Variante. Verena Joswig, Kundenberaterin für Leasing und Contracting bei der BLB, nennt Bereiche, die für Contracting geeignet sind: „Es gibt beispielsweise Kunden, die Druckluft für ihre Produktionsanlagen benötigen. Krankenhäuser sind auf eine verlässliche Strom- und Lichtversorgung, sowie auf Heizung und Kühlung angewiesen. Verwaltungsgebäude und die Mietwohnungswirtschaft brauchen Energie, und Kommunen rüsten die Straßenbeleuchtung auf LED um. Contracting ist hier eine Alternative zum Kauf der Anlagen.“
Die Vorteile für den Endnutzer liegen auf der Hand: Sie müssen nicht selbst in eine Energieanlage investieren und Brennstoffe oder Strom beschaffen. Stattdessen übernimmt der Contractor die Planung und Errichtung sowie den Betrieb der Anlage. Der Endkunde zahlt neben einem Grundpreis einen Verbrauchspreis für die Energienutzung.

Contracting erfordert ein spezielles Vertragswerk

Der Contractor hat die Wahl, die Energieanlage über eine Leasing-Gesellschaft zu leasen oder sie selbst zu kaufen. Da die BLB langjährige Erfahrung bei der Refinanzierung von Leasing-Verträgen hat, ist in den letzten Jahren auch das verwandte Contracting-Geschäft über die Leasinggesellschaften gewachsen. Die Leasinggesellschaften haben ihrerseits Kontakte zu Contractoren, unter ihnen sind die meisten Energieversorger. Das Geschäft erfordert ein spezielles, sehr komplexes Vertragswerk. Für die Contractoren ist die verlässliche Refinanzierung ihrer Verträge wesentlich, weil sie in der Regel eine lange Laufzeit von über 10 Jahren haben.

Contracting mit Leasingmodell

Beim Leasing-Modell sucht sich der Contractor eine Leasinggesellschaft, die ihm die Anlage finanziert und schließt mit ihr einen Leasing-Vertrag. Die Anlage erscheint dabei nicht in seiner Bilanz. Der Leasinggeber überlässt dem Contractor die Anlage als Leasingobjekt und erhält im Gegenzug eine Leasingrate in Höhe der Grundpreisforderung aus dem Contracting-Vertrag.
Der Contracting-Nehmer, also der Endkunde, zahlt diesen Grundpreis, der auch fällig ist, wenn keine Energie oder eine andere vereinbarte Leistung abgenommen wird: Die Grundpreisforderung wird durch eine  Einredeverzichtserklärung einredefrei. Der Endkunde kann damit der Forderung nichts entgegensetzen. Die Einredeverzichtserklärung wird gegenüber der Leasinggesellschaft oder der refinanzierenden Bank erklärt. Für die Bank ist die Einredefreiheit insofern wichtig, als sie ihren Vertrag so auf die Forderung gegenüber dem Endkunden abstellen kann. Eigentümer der Energieanlage ist die Leasinggesellschaft. Der Contractor überlässt dem Contracting-Nehmer die geleaste Energieanlage zur Nutzung. Die Bank erhält aufgrund des Finanzierungsvertrages mit der Leasinggesellschaft die Sicherungsübereignung. Die Bank kauft der Leasinggesellschaft als Mittel der Refinanzierung die Leasingraten, die der einredefreien Grundpreisforderungen entsprechen, ab. Dieses Modell funktioniert also ähnlich wie beim klassischen Leasing, nur dass zusätzlich ein Contracting-Vertrag die Grundlage bildet.
„Durch die Besonderheit, dass die Bank auf die Bonität des Endnutzers abstellen kann, haben wir viele einzelne Kreditnehmer. So müssen wir dem Contractor keinen endlos großen Finanzierungsrahmen zur Verfügung stellen, was irgendwann problematisch würde. Der Contractor behält dadurch größeren finanziellen Spielraum“, erklärt Verena Joswig.

Contracting mit doppeltem Forderungsankauf

Das zweite Contracting-Modell schließt einen doppelten Forderungsankauf ein. Der Contractor schließt keinen Leasingvertrag mit der Leasinggesellschaft, sondern verkauft die einredefreie Grundpreisforderung aus dem Contracting-Vertrag mit dem Contracting-Nehmer, der Kommune beispielsweise, an die Leasinggesellschaft. Die Bank wiederum kauft sie der Leasinggesellschaft ab. Das Bonitätsrisiko liegt auch hier beim Endnutzer und die Bank erhält die Energieanlage wiederum als Sicherungsübereignung, während der Contractor der Eigentümer ist.

Contracting-Nehmer nur mit ausgezeichneter Bonität

Überwiegend größere Leasinggesellschaften engagieren sich im Contracting-Geschäft, denn das Volumen des Geschäfts ist meist erheblich und das Vertragswerk kompliziert. Außerdem sind Laufzeiten von über 10 Jahren untypisch lang für Leasingverträge. Contractoren achten jedoch sehr auf die Bonität ihrer Kunden. In vielen Fällen sind Städte und Kommunen die Endkunden, so dass die Ausfallrisiken gering sind. Sollte es dennoch zu einer Insolvenz des Contracting-Nehmers kommen, ist in der Regel davon auszugehen, dass der Nachfolgebetreiber die Anlage und die dazugehörigen Verträge übernimmt.

Contracting ist ein Wachstumsmarkt

Damit Contracting funktioniert, ist die Bonität der Endkunden ebenso wichtig wie ein verlässlicher Partner für die Refinanzierung. 
Zunehmend steigen auch Stadtwerke in das Contracting-Geschäft ein. Die BLB kann diese Geschäfte entweder durch ihre eigene Leasinggesellschaft begleiten oder vermittelt an ihre Leasingpartner, die in dem entsprechenden Bereich tätig sind. Aktuell wird an einem Produktkonzept gearbeitet, welches die gebündelte Finanzierung von kleineren Contracting-Verträgen, die von Energieversorgern beispielsweise für Heizungsanlagen an Privathaushalte angeboten werden, vorsieht. „Der Markt für Contracting wächst“, da ist sich Verena Joswig sicher. „Die BLB engagiert sich auch deshalb im Contracting, weil es eine Möglichkeit ist, gleichzeitig innovative, umweltschonende Technik einzusetzen und Kosten beim Energieverbrauch zu sparen. Dadurch ist der angestrebte Energiewandel leichter umsetzbar.“

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