Immobilien

Bausparen

Eigentlich das erste Crowdfunding der Welt

veröffentlicht am 29.06.2017 |  
Thomas Kaessler

Thomas Kaessler

Leiter Privatkunden

Zwischen 1775 und heute hat sich eigentlich nur wenig geändert. Damals warfen Arbeiter in Birmingham ihr Kleingespartes in eine gemeinsame Kasse, damit jeder Teilnehmer sich ein eigenes Heim leisten konnte. Der Solidargedanke und die Solidarfinanzierung waren geboren; sie gelten bis heute: „Der Bausparvertrag ist die Solidargemeinschaft aus Darlehensgeber und Darlehensnehmer, im Grunde das ursprünglichste Crowdfunding“, sagt Thomas Kaessler, Leiter Privatkunden. Und so alt das Bausparprinzip ist, so solide ist es noch immer: „Bausparen ist absolut weit verbreitet. Weil es in seiner Flexibilität sehr modern ist. Denken Sie zum Beispiel an die flexible Zuteilungsreife und die Sondertilgungsmöglichkeiten, die man zu jedem Zeitpunkt in beliebiger Höhe und das auch noch kostenfrei vornehmen kann. Und erst im letzten Jahr hat der Gesetzgeber Erleichterungen erlassen, die das Bausparen ganz neu denken lassen“, sagt der Spezialist.

„Baggerfinanzierung” für Spezialisten

Der Supermarkt um die Ecke, der Sportplatz nebenan, die Arztpraxis, der Handwerksbetrieb, das Vereinsheim, Windkraftanlagen, die Tankstelle oder das Parkhaus – all dies steigert die Wohnqualität innerhalb und außerhalb des Eigenheims.
- Thomas Kaessler

Grundgedanke des Bausparens war und ist ein Darlehen für eine „Baggerfinanzierung“. Klassisch meint das die Baufinanzierung des Eigenheims, doch hat der Gesetzgeber die „Baggerfinanzierung“ auf den Bereich „wohnwirtschaftliche Maßnahme“ bedeutsam ausgeweitet: „’Wohnwirtschaftlich’ umsfasst sowohl die eigenen vier Wände als auch das Wohnumfeld drum herum. Im Grunde alles, was die Wohnqualität innerhalb und außerhalb des Eigenheims steigert: der Supermarkt um die Ecke, der Sportplatz nebenan, die Arztpraxis, der Handwerksbetrieb, das Vereinsheim, Windkraftanlagen, die Tankstelle oder das Parkhaus, sie alle zählen dazu und können daher mit Bausparverträgen mitfinanziert werden“, sagt Thomas Kaessler. Was Wohnumfeld ist und was nicht, hat der Gesetzgeber in der Baunutzungsverordnung (BauNVO) definiert. Reine Gewerbe- oder Industriegebiete gehören nicht dazu. Aber schon in ausgewiesenen Mischgebieten wird der Bausparvertrag sowohl für den privaten als auch für den gewerblichen Investor relevant. Ebenso in Ferienhausgebieten, sowieso in „allgemeinen“, „besonderen“ oder „reinen“ Wohngebieten. Sowohl vor der Haustüre als auch fernab, entscheidend ist der Nachweis der „wohnwirtschaftlichen Maßnahme“: „Unsere Bausparkasse, die LBS Nord, vergibt ihre Bauspardarlehen natürlich zunächst innerhalb ihres Geschäftsgebietes. Möchte der Kunde sein Darlehen aber bundesweit in Anspruch nehmen, kann er dies auch tun“, sagt Thomas Kaessler.

Must-have für Spezialisten  

Der Spezialist rät, jede wohnwirtschaftliche Idee von den Experten der BLB prüfen zu lassen. Denn längst nicht alle Möglichkeiten sind definiert: „Der Gesetzgeber hat bewusst die Möglichkeit einer gesetzlichen Fiktion gelassen. Das bedeutet: jede wohnwirtschaftliche Maßnahme hat per se eine gute Chance, als solche anerkannt zu werden.“ Unabhängig, ob eine Eigennutzung oder Fremdnutzung vorliegt. Mit anderen Worten: Anleger können mit dem Bausparvertrag ganz allgemein Maßnahmen mitfinanzieren, die nachweislich „wohnwirtschaftlich“ sind und können so perspektivisch an etwaigen Renditen partizipieren. Der Bausparvertrag als Finanzierungsinstrument ist für Thomas Kaessler somit ein extrem vielseitiges, hochmodernes, vor allem aber zeitgenössisches Must-have: „Sobald der Leitzins anzieht, werden sich die Finanzkredite verteuern. Was denken Sie, wo der Leitzins in fünf, sieben oder zehn Jahren stehen wird, immer noch bei Null? Wer heute aber einen Bausparvertrag abschließt, sichert sich die Niedrigzinsgarantie mindestens bis dahin, das ist eine extrem komfortable Situation.“ Vorausgesetzt, man versteht das Solidarprinzip seit 1775. Demzufolge der Bausparvertrag keine hochverzinsliche Geldanlage, sondern ein möglichst niedrigzinsliches Darlehen ist. Renditejäger mit drei oder vier Prozent Anlagezins hätten das jahrhundertealte Gleichgewicht des Bauspargedankens aber in Schieflage gebracht. Jetzt sei „der Renditegedanke jedoch tot“, sagt Thomas Kaessler. Dafür der Darlehensgedanke in seinen vielfältigen Formen so sicher und lebendig wie noch nie seit 1775 als das eigentlich erste Crowdfunding der Welt zur Grundlage einer der vielleicht interessantesten und vielseitigsten Anlageformen der Gegenwart wurde.

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