Geldanlage

Zeit, über Ihr Investment zu sprechen!

Ab Januar gelten neue Regeln für Investmentfonds

Vorne „Investment“, hinten „gesetz“ und mittendrin „Steuerreform“, zusammen: „Investmentsteuerreformgesetz“. „Mit der Reform ab ersten Januar wird die Besteuerung von Investmentfondserträgen radikal geändert“, sagt Andreas Maage, Investment-Spezialist. Denn erstmals würden inländische Erträge wie Dividenden, Mieten, Veräußerungsgewinne inländischer Immobilien und sonstige inländische Einkünfte mit 15 Prozent Körperschaftssteuer belastet. Die Motive der Reform sind eine Vereinfachung für die Anleger, der Ausschluss von Gestaltungsmodellen und das Ausräumen EU-rechtlicher Risiken durch die bisherige unterschiedliche Behandlung ausländischer und inländischer Fonds.

Als Erträge werden dann sämtliche Ausschüttungen und Gewinne/Verluste aus der Veräußerung von Fondsanteilen steuerlich erfasst.
- Andreas Maage

Üppige Teilentlastung

Um die Besteuerung auf Fondsebene für den Anleger auszugleichen, erfolgt eine Teilfreistellung der Erträge auf Anlegerebene. „Als Erträge werden dann  sämtliche Ausschüttungen und Gewinne/Verluste aus der Veräußerung von Fondsanteilen steuerlich erfasst“, sagte Andreas Maage. Wie sich Ausschüttungen zusammensetzen, spielte keine Rolle mehr. Die Höhe der Teilfreistellung richte sich nach der Art des Fonds. Bei Mischfonds (mind. 25 Prozent des Fondsvermögens sind in Kapitalbeteiligungen investiert) entspreche die Teilentlastung exakt dem Wert der neuen Körperschaftssteuer von 15 Prozent. Bei mehrheitlichen Aktienfonds (mind. 51 Prozent des Fondsvermögens ist in Kapitalbeteiligen, insb. Aktien gem. Anlagebedingungen, investiert) betrage sie schon 30 Prozent. Für Immobilienfonds (mind. 51 Prozent gem. Anlagebedingung in Immobilien/-gesellschaften investiert) gälten gar 60 Prozent, für Fonds mit mindestens 51 Prozent Auslandsimmobilienanteil sogar 80 Prozent Teilentlastung.

Wichtige Änderungen

Fonds, die nicht in eine dieser vier Kategorien passen, erhalten keine Teilfreistellung. „Grundsätzlich von der Körperschaftsteuer befreit sind Fonds, die steuerbefreiten Anlegern wie gemeinnützigen Stiftungen vorbehalten sind, außerdem Fonds im Rahmen von zertifizierten Altersvorsorgeverträgen (Riester) oder Basisrentenverträgen (Rürup)“, sagt der Spezialist. Mit der Abschaffung des Prinzips der transparenten Besteuerung würden zugleich Zwischengewinn und ausschüttungsgleiche Erträge verabschiedet. Für sie werde die Vorabpauschale eingeführt, die eine laufende Besteuerung der Fonds sicherstellen solle, unabhängig davon, ob Erträge ausgeschüttet würden oder nicht. „Dazu wird ein fiktiver Mindestertrag (sog. Basisertrag) ermittelt, der auf die tatsächliche Wertentwicklung zzgl. Ausschüttungen des Fonds im betreffenden Kalenderjahr begrenzt ist“, sagt Andreas Maage. Zudem seien zukünftig Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf inländischer Immobilien grundsätzlich, also auch nach Ablauf der Zehnjahresfrist, steuerpflichtig.

Steuerpflicht für Altbestände

Zusätzlich gewichtiger Aspekt des Investmentsteuerreformgesetzes: „Ab 2018 sind auch steuerliche Altbestände steuerpflichtig, die vor dem 1.1.2009 erworben wurden. Bisher konnte deren Veräußerungsgewinn nach einer Haltedauer von 12 Monaten steuerfrei vereinnahmt werden. Das geht nach dem 1.1.2018 nicht mehr“, sagte Andreas Maage. Ein Trick sorge für die gesetzkonforme Umstellung: Am 31. Dezember, dem letzten Handelstag dieses Jahres, werden mit Börsenschluss sämtliche steuerlichen Altbestände rein technisch, nicht faktisch verkauft, so dass der Schlusskurs zum fortan steuerlich relevanten Anfangskurs wird. Zwar gelte hier zukünftig ein Freibetrag von 100.000 Euro: „Jetzt sollte mit seinem Berater aber über den Altbestand gesprochen werden“, rät der Spezialist dringend, „denn in einzelnen Fällen kann eine Veränderung im Depot durchaus Sinn machen!“

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Andreas Maage Spezialist für Vermögensstrukturierung und Finanzplanung

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