Ganzheitliche Beratung für Unternehmenskunden

Wachstumsfinanzierung für inhabergeführte Unternehmen

Chancen und Risiken realistisch bewerten – und Möglichkeiten optimal ausschöpfen

veröffentlicht am 28.11.2016 |  
Matthias Utke

Matthias Utke

Spezialist für inhabergeführte Unternehmen

Tags: #Unternehmensoptimierung #Expansion

Kleinere mittelständische Unternehmen stehen vor besonderen Herausforderungen, wenn sie wachsen wollen – doch haben sie auch besondere Möglichkeiten. Im Gespräch erläutern Matthias Utke und André Wiedenstried, Spezialisten für inhabergeführte Unternehmen bis zu einer mittleren Größenordnung bei der BLB, wie sie Firmen bei ihren Wachstumsplänen helfen.

Herr Utke und Herr Wiedenstried, über welche Investitionen sprechen wir, was möchten Kunden finanzieren?

Unser Ziel ist immer, dass Unternehmer die Möglichkeiten, die sie auf dem Markt sehen, realisieren können.
- Matthias Utke

André Wiedenstried: Wir finanzieren grundsätzlich alles, was vorstellbar ist: Immobilien, Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen, Maschinen oder den Fuhrpark, das Warenlager, ebenso Patente oder ganze Unternehmenskäufe, aber auch Investitionen in Mitarbeiter oder deren Ausbildung. Wir übernehmen auch die klassische Forderungsvorfinanzierung, wenn es Zahlungsziele gibt. Und mitunter müssen Unternehmen Anzahlungs- und Gewährleistungsbürgschaften stellen, die wir dann entsprechend übernehmen.

Wie sieht die Planung einer Wachstumsfinanzierung für Unternehmen aus?

Matthias Utke: Unser Ziel ist immer, dass Unternehmer die Möglichkeiten, die sie auf dem Markt sehen, realisieren können.
Für jeden Kunden ist eine größere Investition ein komplexer Vorgang. Der Kunde sollte immer mehrere Facetten wie Märkte, rechtliche Aspekte und steuerliche Fragen der Investition vor Augen haben. Wir betrachten ein Projekt immer ganzheitlich. Wichtig ist es auch, wie sich die Investition auf das Bilanzbild, insbesondere die Relation zwischen Eigenkapital und Fremdkapital des Unternehmens auswirkt, um auch zukünftig eine gute Bonität des Unternehmens sicherzustellen. Eine gut konzipierte Finanzierung muss immer zum Geschäftsmodell des Unternehmens passen. Daher sprechen wir die Investition anhand von Planungsunterlagen mit dem Kunden detailliert durch. Dazu gehört auch, ob alle wesentlichen betriebswirtschaftlichen Chancen und Risiken bedacht wurden.

Ab wann prüfen Sie so aufwändig – können sie das in Zahlen benennen?

Matthias Utke: Nein, wir haben da keine absoluten Zahlen. Es hängt von der Investition im Verhältnis zum Unternehmen ab. Bei einem kleineren mittelständischen Unternehmen mit beispielsweise zwei bis drei Millionen Euro Jahresumsatz sind einige hunderttausend Euro als Investitionssumme schon viel. Es ist immer wichtig, in welchem Verhältnis die Investition zum Umsatz- und Ertragspotenzial sowie zum Eigenkapital des Unternehmens steht.

André Wiedenstried: Unser Anspruch ist es, das ganze Vorhaben zu betrachten, eine zukunftsgerichtete Bewertung vorzunehmen und gegebenenfalls die Schnittstellen zu Anwälten und Steuerberatern zu finden. Diese sollten ab einer gewissen Größenordnung in die Gespräche eingebunden werden. Wir bewerten nicht nur Zahlen, sondern haben immer die ganze Investition und ihre Auswirkungen auf das Unternehmen im Blick.

Es gibt verschiedene Branchen und jedes Unternehmen ist anders – wie reagieren Sie darauf?

Matthias Utke: Richtig ist, dass jede Branche ihre besonderen Bedürfnisse hat. Deshalb stellen wir für jeden Kunden eine individuelle Finanzierung zusammen. Das können unterschiedliche bewährte Bausteine sein, die zum Beispiel aus einem klassischen Bankkredit, einem Förderdarlehen oder gegebenenfalls einer Außenhandelsfinanzierung bestehen. Natürlich gehören auch Leasing und Factoring dazu. Ein Handelsunternehmen benötigt tendenziell eher kurzfristige Kreditmittel, ein Produktionsunternehmen braucht aufgrund seiner Anlagenintensität auch langfristige Mittel.

Welche Bausteine gibt es für Unternehmen über das klassische Bankdarlehen hinaus?

Matthias Utke: Es gibt Fördermittel, etwa von der KfW oder den regionalen Förderinstituten, das heißt der Bremer Aufbaubank und N-Bank. Daneben bieten die Länder Bremen und Niedersachsen mittelständischen Betrieben spezielle Investitionsförderprogramme an. Diese Förderungen können als Ersatz für Eigenkapital oder als weitere Fremdkapitaltranche dienen. Es gibt zinsgeförderte Programme – entweder als Darlehen vom Land oder als verlorenen Zuschuss. Wir beraten gerne zu diesen Förderungen und nehmen auch an gemeinschaftlichen Gesprächen teil. Die Nutzung dieser Finanzierungsalternativen ist für uns ein wichtiger Baustein.

Wie geht die Bank mit dem Thema Risiko um?

André Wiedenstried: Dies ist für jeden Kunden individuell zu betrachten. Wenn das Engagement, das wir bei einem Kunden insgesamt übernommen haben, eine gewisse Höhe erreicht hat, dann sprechen wir offen darüber, dass es sinnvoll ist, eine weitere Bank als Risikopartner hinzuzuholen. Dafür bieten sich unter anderem Förder- und Bürgschaftsbanken an. Was die grundsätzliche Übernahme von Risiken betrifft, sollte es zwischen dem Kunden und der Bank immer eine auf die individuellen Verhältnisse bezogene adäquate Risikoteilung geben.

Kennen Ihre Kunden die eigene Ratingeinstufung und warum ist das wichtig?

Matthias Utke: Wir führen regelmäßig Gespräche mit unseren Kunden, in denen wir auch ihr Rating thematisieren. So haben Unternehmer die Möglichkeit, Strukturen in der Bilanz anzupassen. Beispielsweise kann es sinnvoll sein, kurzfristige in langfristige Verbindlichkeiten umzuwandeln. Das verbessert bei vielen Unternehmen die Bilanzstruktur und ermöglicht neue Wachstumsmöglichkeiten. Finanzierungen werden besser darstellbar. Darum geht es letztlich: Möglichkeiten zu finden, unternehmerische Pläne auch umzusetzen.

Herr Utke, Herr Wiedenstried, vielen Dank für das Gespräch!

Unsere Spezialisten freuen sich auf Sie

Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gern zu Ihren Vorhaben.

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