Ganzheitliche Beratung für Unternehmenskunden

Fördermittel ausnutzen bei der Finanzierung von Sanierungen

Steigerung der Energieeffizienz durch Neubau, Sanierung und Anlagenerneuerung kann individuell gefördert werden

In Zeiten der globalen Erderwärmung sind die Steigerung der Energieeffizienz und die Verminderung des CO2-Ausstoßes feststehende Ziele der Bundesregierung. Dabei spielt auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine Rolle: Torsten Astermann ist Spezialist für Fördermittel bei der BLB, unter anderem mit Schwerpunkt Energieeffizienz, energetische Optimierung und energetisch effiziente Neubauten. Im Gespräch erläutert er die vielfältigen Fördermöglichkeiten durch die KfW und andere Förderinstitutionen, warum bundesweit rund 60 Prozent der Unternehmen keine Fördermittel nutzen und wie die BLB ihre Kunden bei der Förderung unterstützt.

Die KfW bietet attraktive Fördermittel zur Steigerung der Energieeffizienz bei Unternehmen. Wie wird dieses Angebot wahrgenommen?
Wenn unsere Kunden etwas bauen oder sanieren möchten, ist Energieeffizienz meistens schon im ersten Beratungsschritt ein Thema. Der Wunsch nach Energieeffizienz ist stark ausgeprägt. Sobald es aber um Details geht, fragen sich viele Kunden, in welchem Verhältnis Kosten und Nutzen zueinander stehen – und lassen sich vielfach vom Aufwand abschrecken. Mittel aus speziellen Förderprogrammen für förderfähige Projekte werden nur von circa 40–50 Prozent der Unternehmen ausgeschöpft. Viele wählen einfach nur die Standard-Angebote der KfW. Da setzen wir mit unserer Beratung an.

Warum sollten Kunden Förderungen nutzen?

Die KfW hat ein breites Angebot an standardisierten Förderprogrammen. Viele Kunden wissen aber gar nicht, was darüber hinaus alles möglich ist. Dabei kommen sie in ganz andere Programme, wenn sie etwas mehr in Energieeffizienz investieren. Wir führen hier für den Kunden Gespräche mit den Energieberatern, Architekten und Ingenieuren über das Projekt, gerne auch in größerer Runde. Oft stellt sich heraus, dass der Mehraufwand unkompliziert umzusetzen ist.
Die individuellen Förderanträge sind allerdings je nach Art und Größe des Bau- oder Sanierungsvorhabens recht umfangreich und bringen mitunter einen hohen Arbeitsaufwand mit sich. Gerade mittelständische Unternehmen, bei denen der Geschäftsführer sich oft um alles selbst kümmern muss, scheuen diesen Mehraufwand und bevorzugen eine Standard-Lösung. Dabei könnten ganz andere Förderungen in Anspruch genommen werden.

Was tun Sie, um die Hürden für Ihre Kunden abzubauen?

Zunächst einmal müssen wir das Gespräch darüber führen und über verschiedene Möglichkeiten informieren. Die Zahl der Programme ist für viele Kunden unüberschaubar. Wenn wir darlegen können, dass die Mehrkosten für größere Investitionen durch höhere Förderungen wettgemacht werden können, sind Kunden überrascht – und überzeugt. Natürlich müssen sie in Zukunft auch umso weniger für Energiekosten ausgeben, je besser die energetische Investition durchgeführt wird. Es ist also ein doppelter Nutzen.

Ist die energetische Optimierung von Produktionsprozessen komplexer?

Für diese hochtechnische Beratung haben wir ein Netzwerk an Beratern, denn das kann die BLB natürlich nicht allein leisten. Wir arbeiten mit unabhängigen Energieberatern zusammen. Manchmal entwickelt sich so aus dem ursprünglichen Plan ein neues, wesentlich energieeffizienteres Konzept.
Weil die Individualität der Maschinen immer größer wird, ist dadurch auch die Vergleichbarkeit nur sehr aufwändig herzustellen, und wir müssen erst einmal eine aussagekräftige Referenz finden. Aber auch dies ist mit der KfW und Energieberatern möglich – auch bei individuellen Produktionsstraßen. Manchmal reicht die Herstellerbestätigung, um die Energieeffizienz zu bestätigen. Die KfW unterstützt die Politik bei der Umsetzung des anspruchsvollen Ziels, den CO2-Ausstoß bis 2050 zu reduzieren.

Hat die BLB eigene Spezialisten für Förderungen?

Es gibt neben diesen speziellen Förderungen die erwähnten Standardprodukte, welche ohne speziellen Nachweis beantragt werden können. Die Bearbeitung ist hier sehr schnell und es gibt eine Grundförderung. Viele Banken beschränken sich auf diesen Bereich, denn die Anträge kosten Zeit und Arbeit und werden meistens vom Kundenbetreuer mit übernommen. Die BLB hat jedoch eigene Spezialisten für das Fachthema „Förderung“. Unser Anspruch ist es, unserem Kunden einen echten Mehrwert zu bieten. Daher überprüfen wir die Finanzierungsanträge auf Möglichkeiten der öffentlichen Förderung. Dies kann neben den Darlehen auch die Zuschussförderung sein. Wenn der Finanzierungsbedarf durch Zuschüsse sinkt, beeinflusst dies zwar auch das Geschäft der BLB – doch wir schauen, wo wir unseren Kunden etwas mehr bieten können.

Sind die Förderprogramme so kompliziert?

Viele Kunden empfinden es so, daher unterstützen wir sie von der Beratung bis zur Auszahlung des Darlehens. Es gibt da natürlich auch viele Fristen, die einzuhalten sind. Wir haben auch die Zeitschiene im Blick und erinnern Kunden rechtzeitig an Termine. Es ist auch schon vorgekommen, dass wir die gesamte Förder-Abwicklung inklusive der Gespräche mit Architekten und Ingenieuren übernommen haben. Dieses kostenfreie Angebot ist unser Service im Finanzierungsgeschäft.

Welche Projekte sind für Förderungen geeignet?

Grundsätzlich ist alles für Förderungen geeignet, was Neubau und Sanierungen angeht. Klassische Themen sind Anlagen, die aus Altersgründen stillgelegt werden müssen. Wir haben schon individuelle Anlagen der verschiedensten Branchen finanziert, aber auch Fähren für Reedereien, die beispielsweise mit LNG betrieben werden. Es geht also nicht nur um Immobilien, sondern auch um Produktionsmittel. In letzter Zeit ist auch die Nachfrage nach Blockheizkraftwerken gestiegen, beispielsweise für Betreiber von Kühlhäusern. Klassisch sind auch Hochregallager, die man im Kontext von Industrie 4.0 sehen kann. Denn Industrie 4.0 ist auf jeden Fall auch ein Energieeffizienz-Thema. Photovoltaik ist zuletzt auf jeden Fall wieder ein Thema geworden. Für Unternehmen ist sie im Hinblick auf den Eigenverbrauch interessant.

Ist das Thema Energie-Förderung auch für die Agrarbranche relevant?

Viele Agrarkunden haben Biogasanlagen auf ihren Höfen und Ländereien installiert. Sie beliefern die umliegenden Dörfer, Schulen und Schwimmbäder aber auch Wohnhäuser erfolgreich mit Wärme. Gerade der Aufbau von Wärmenetzen für die Versorgung mit Wärme ist eine interessante Investition. Denn für den Aufbau oder die Erweiterung von Wärmenetzen gewährt die KfW Tilgungszuschüsse auf das aufgenommene Darlehen.

Kann man heute sein Gewerbe unabhängig vom Energiemarkt betreiben?

Ja, das ist durchaus möglich – und für Gewerbe wie Privathaushalte eine Option. Wir hatten vor einiger Zeit eine Anfrage für ein Hotel-Projekt, das seinen gesamten Energiebedarf komplett über Windkraft, Erdwärme und Photovoltaik decken konnte. Mit einer Kombination der verschiedenen Technologien lässt sich je nach Standort und Branche ein großer Teil oder sogar der gesamte Energiebedarf eines Gewerbebetriebs decken. Die Photovoltaik-Anlagen sind im Hinblick auf ihre Energieausbeute mittlerweile so gut geworden, dass sich die Technologie auch bei uns in Norddeutschland lohnt. Das merken wir auch an einer wieder gestiegenen Nachfrage nach Finanzierungen solcher Anlagen. Ein weiterer Anreiz für Unternehmen, eine Förderung zu beantragen ist, dass heute nur noch ein geringer Anteil der produzierten Energie eingespeist werden muss.

Wer bietet Förderungen an?

Die KfW ist sicherlich die bekannteste Förderstelle. Daneben gibt es aber noch Programme von Kommunen und Landkreisen. Jedes Bundesland hat ein eigenes Förderinstitut, in Bremen ist dies die Bremer Aufbaubank, in Niedersachsen die NBank, mit denen wir sehr eng zusammenarbeiten und durchaus auch individuellere Förderungen konzipieren. Die Länder haben neben den festgelegten Förderprogrammen auch freie Budgets. Ein Großteil dieser Förderungen wird jedoch nicht abgerufen. Wir schauen deshalb immer, ob es spezielle Förderungen wie z. B. Zuschüsse für die Projekte unserer Kunden geben könnte. Für uns sind Zuschüsse das Salz in der Suppe von Finanzierungsprojekten. Für den Agrar- und Ernährungsbereich gibt es außerdem die Landwirtschaftliche Rentenbank mit eigenen Förderprogrammen.

Unsere Spezialisten freuen sich auf Sie

Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gern zu Ihren Vorhaben.

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