Finanzierungen

Klassische Finanzierungen für Ihre Investition

2.Teil: klassische Finanzierungsstrategien für Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater und Architekten

Auch wenn die Finanzen im besten Zustand sind – manchmal ist eine Finanzierung notwendig und kann auch für den Vermögensaufbau sinnvoll sein. Wie mit klassischen Instrumenten Finanzierungen gestaltet werden können, erläutern Ralph Willmer und Sascha Ahrbecker, Finanzierungsspezialisten bei der BLB im Gespräch.

Für die Umsetzung größerer Projekte ist oft eine Finanzierung nötig. Für welche Projekte werden diese Bankdienstleistungen in Anspruch genommen?

Ralph Willmer: Wir betreuen neben dem klassischen Privatkunden auch Freiberufler – Mediziner, Rechtsanwälte, Steuerberater oder Architekten – für sie spielt zunächst die Existenzgründung beziehungsweise die Ausstattung der Praxisräume mit Mobiliar, EDV und bei Medizinern mit medizinischen Geräten eine zentrale Rolle für die berufliche Tätigkeit. Die Immobilienfinanzierung folgt dann in der Regel als nächste größere Maßnahme.

Freiberufler haben daher während der Existenzgründung einen großen Finanzierungsbedarf. Wir begleiten unsere Kunden ganzheitlich und haben alle Lebensbereiche im Blick, denn meist greifen sie bei Freiberuflern stark ineinander. Die Finanzierung kann bei Medizinern schon mit einem Studentenkredit beginnen. Wenn ein Arzt eine zeitlang angestellt gearbeitet hat, hat er oft den Wunsch, sich niederzulassen, etwa wegen der Wochenenddienste, die sich mit der wachsenden Familie nicht mehr so gut vereinbaren lassen. Dann steht das Thema Existenzgründung an – dies bedeutet immer einen großen Investitionsbedarf. Auch die Übernahme einer bestehenden Praxis kann teuer sein. Je nach Fachrichtung ist der Investitionsbedarf unterschiedlich hoch, bei Radiologen etwa, die für ihre Arbeit sehr große, teure Geräte benötigen, liegt er durchaus in Millionenhöhe.

Die meisten unserer Ärzte entscheiden sich bei der Existenzgründung für eine klassische Finanzierungsstruktur, also für ein Raten- oder Annuitätendarlehen, weil es planbar ist – für Freiberufler kann die Existenzgründung selbst schon innovativ genug sein.

Wie risikoreich ist eine Existenzgründung für Freiberufler – welche Sicherheiten verlangt die Bank?

Transparenz und Planungssicherheit sind bei einer Finanzierung wesentlich, daher kann konservativ und langweilig auch gut bedeuten.

Sascha Ahrbecker: Für jede Existenzgründung ist ein Businessplan notwendig, in dem die Einnahmen und Ausgaben, die erwartet werden, aufgeführt und bewertet werden. Unter Risikogesichtspunkten sind Praxisgründungen aufgrund der sehr geringen Anzahl von Ausfällen beziehungsweise Insolvenzen als ausgesprochen risikoarm einzustufen. Die Vergabe von Zulassungen zur Eröffnung und Übernahme von Arztpraxen ist klar geregelt, was sich entsprechend positiv auf die „Wettbewerbssituation“ auswirkt.

Mediziner können sich aus diesem Grund zutrauen, den Schritt in die Selbständigkeit trotz der hohen Investitionssummen zu gehen. Die Risiken lassen sich absichern.

Bei Rechtsanwälten sieht es anders aus. Sie verdienen in den ersten Berufsjahren nicht so viel und müssen sich ihre Mandantenbasis erst aufbauen, daher ist ihr Risiko bei der Existenzgründung größer.

Wie können Existenzgründer diesen Risiken begegnen?

Ralph Willmer: Wenn eine Besicherung durch eigene Vermögenswerte noch nicht möglich ist, arbeiten wir häufig mit einer Ausfallbürgschaft landeseigener Bürgschaftsbanken, beispielsweise der Bürgschaftsbank in Bremen.

Bei Rechtsanwälten, Steuerberatern oder Architekten ist das empfehlenswert. Für eine Ausfallbürgschaft sind in der Regel „Untersicherheiten“ zu bestellen, das kann beispielsweise die Abtretung der Rechte und Ansprüche aus Kundenforderungen sein oder die Sicherungsübereignung des Mobiliars. Zur Absicherung des „biologischen“ Risikos wird üblicherweise die Abtretung der Rechte und Ansprüche aus einer Risikolebensversicherung vereinbart. Eine Ausfallbürgschaft kann dann in Anspruch genommen werden, wenn die „Untersicherheiten“ verwertet wurden.

Neben Risikolebensversicherung ist der Abschluss weiterer Versicherungen empfehlenswert.

Sascha Ahrbecker: Es gibt aber Ergänzungen zum klassischen Bankdarlehen. Oft ist es sinnvoll, einen Teil des Finanzierungsbedarfs über ein gefördertes Darlehen abzudecken. Die BLB arbeitet eng mit Förderbanken zusammen. Neben der KfW sind das in Bremen die BAB und in Niedersachsen die NBank. Darüber hinaus beziehen wir auch Tilgungsersatzleistungen und Finanzierungsstrukturen anderer Banken in die Planung ein, denn unser Ziel ist immer, alle Lebensbereiche finanziell sinnvoll zu managen, damit ein Gesamtnutzen für den Kunden entsteht.

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