Energiewirtschaft

Chancen der Energiewende – wie die kommunale Energieversorgung grün wird

Energieversorger im Spannungsfeld zwischen Anforderung und Umsetzung

veröffentlicht am 10.10.2016 |  
Michael Tietjen

Michael Tietjen

Firmenkunden

Tags: #Energiewirtschaft

Die Energiewende ist in Deutschland politisch gewollt und erfährt eine breite Unterstützung durch die Bevölkerung. Energieversorger setzen diese Wende hin zu einer nachhaltigen, umweltfreundlichen Energieerzeugung um – stoßen dabei jedoch auf vielfältige Herausforderungen. Bankpartner brauchen hier besondere Branchenkompetenz.

Ende der 1990er Jahre wurde der Energiemarkt in Europa liberalisiert, der bis dahin monopolistisch organisiert war. Die erste EU-Richtlinie zur Elektrizitätsmarktliberalisierung von 1996 wurde in Deutschland zwei Jahre später in nationales Recht umgewandelt. Die Vorteile, die man sich von der Deregulierung des Energiemarktes erhoffte, waren insbesondere eine höhere Effizienz und dadurch niedrigere Strompreise sowie eine stärkere private Investition in Kraftwerke und Netze.
Die Bedingungen, unter denen Energieversorger heute operieren, sind auch auf diese veränderten Strukturen zurückzuführen.

Trend zu dezentralen Energieerzeugungsanlagen

Die aktuelle Energiewende befördert eine nachhaltige, umwelt- und ressourcenschonende Energieerzeugung. Es entstehen viele kleine, dezentrale Energieerzeugungsanlagen, denn die Nutzung von Wind und Sonne durch Windkraft, Photovoltaik oder Solarthermie ist überall dort möglich, wo die natürlichen Energiequellen vorhanden sind. Allerdings ist die Verfügbarkeit naturgemäß schwankend. Die häufig dezentrale Erzeugung und der höhere Anteil von Erneuerbarer Energie am Energiemix kann daher zu einer Netzinstabilität führen. Dies erweist sich als ein Grundproblem grüner Energie, für das nachhaltige Lösungen erst noch gefunden werden müssen. An der Entwicklung von leistungsfähigeren Speichermedien und intelligenten Netzen wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet.

Herausforderungen für die Branche

Energieversorger müssen heute entsprechend auf unterschiedliche Herausforderungen reagieren: Dem steigenden Investitionsbedarf in die Modernisierung der Netze und deren Ausbau (neben Strom und Gas auch Datennetze) und der Erwartungshaltung von Investitionen in erneuerbare Energiequellen, steht eine gesunkene Ertragskraft gegenüber, die dem stark gestiegenen Wettbewerb in der Branche geschuldet ist. Damit steigen die Anforderungen an die Stadtwerke. Sie müssen vermehrt in neue Technologien investieren. Dabei sind Investitionen in konventionelle Kraftwerke jedoch nicht mehr rentabel. Im Gegenteil: Häufig sind auf bestehende Anlagen sogar Wertberichtigungen und Abschreibungen notwendig. Weil sie mit konventioneller Energieerzeugung im jetzigen Umfeld kaum Gewinne erzielen können, wenden Stadtwerke sich der Stromerzeugung durch Erneuerbare Energiequellen zu. Projekte werden dabei vielfach gemeinsam realisiert, beispielsweise in Beteiligungsgesellschaften mit den anderen Stadtwerken und Branchenunternehmen.

Stadtwerke im Spannungsfeld

Stadtwerke haben in der Regel einen mehrheitlich kommunalen Gesellschafterhintergrund. Um kommunale Haushalte zu refinanzieren, sind die Kommunen auf Gewinnausschüttungen der Stadtwerke angewiesen. Dieses Geld steht dann für erforderliche Investitionen nicht mehr zur Verfügung und es ergibt sich ein entsprechend höherer Fremdfinanzierungsbedarf.

"Energieversorger stehen heute in einem Spannungsfeld zwischen Anforderungen, die sich aus der Energiewende ergeben und der erforderlichen Wirtschaftlichkeit"
- Michael Tietjen

erläutert Michael Tietjen, Berater für Unternehmenskunden bei der BLB. „Dabei ist die Schaffung erneuerbarer Energie für viele Kommunen heute auch ein Prestigeobjekt.“ Nicht immer aber stehen die notwendigen Eigenmittel zur Verfügung, wie zum Beispiel Gesellschafterkapital für Betreibergesellschaften. Auch das wird vielfach fremd finanziert. Entsprechend steigt der Beratungsbedarf von Energieversorgern. „Wir denken dabei in Lösungen, speziell für die Branche: Zum Beispiel ist die Wärmeversorgung witterungsbedingt saisonal beeinflusst. In den Wintermonaten steigt in der Regel der Liquiditätsbedarf der Energieversorger. Die BLB bietet hierfür beispielsweise die Möglichkeit zu Saisonfinanzierungen an. Kreditlinien auf diese Weise zu strukturieren und damit Liquidität zu unterhalten, ist im Zeitalter der auch für Banken steigenden Kosten ein immer häufiger eingesetztes Modell und für die Branche durchaus sinnvoll.“

Vielfach muss auch eine Querfinanzierung eingeplant werden: Stadtwerke betreiben oft verschiedene Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge. Klassischerweise gehört zu einem kommunalen Stadtwerk zum Beispiel der Bäderbetrieb. Dieser ist in der Regel ein Verlustbringer, der jedes Jahr das Gesamtergebnis negativ beeinflusst. Entsprechende Finanzmittel müssen daher von Unternehmen zusätzlich berücksichtigt werden. Eine auf die individuellen Bedürfnisse der Stadtwerke langfristig ausgerichtete Liquiditätsplanung wird somit immer wichtiger. Hier stehen wir mit unserer Beratungskompetenz unseren Kunden sehr gerne zur Verfügung.

Erfolgreiches Empfehlungsmanagement: Kunden schätzen Austausch

„Viele Kontakte ergeben sich für uns aufgrund von Empfehlungen unserer Kunden. Mittlerweile sind wir bundesweit im Gespräch mit Energieversorgern, auch wenn der Schwerpunkt unseres Geschäfts in den nördlichen, angrenzenden Bundesländern liegt“, so Tietjen. „Wir recherchieren im Vorfeld sehr gründlich und bringen bereits im ersten Gespräch konkrete und verlässliche Vorstellungen für eine gemeinsame Zusammenarbeit mit. Oft sind neben dem Firmenkundenberater auch gleich zu Beginn BLB-Spezialisten für Erneuerbare Energien in die Gespräche eingebunden.“

Die BLB verfügt über langjährige Expertise im Bereich der Erneuerbaren Energien

Michael Tietjen erklärt: „Seit Jahrzehnten sind wir im Bereich Erneuerbarer Energien unterwegs. Wir binden unsere Spezialisten immer dann in Projekte ein, wenn ihre spezielle Expertise gefragt ist. So ist es für uns möglich, Finanzierungsprojekte auch fachlich einzuschätzen. Die Beratung ist dadurch tief fundiert und geht über das eigentliche Bankgeschäft deutlich hinaus. Unsere Spezialisten im Bereich Windkraft können dank ihrer Erfahrung und langfristigen Vergleichsmöglichkeiten beispielsweise Standort, den Kaufpreis der Anlage, aber auch Wartungsverträge und Windgutachten realistisch einschätzen.“
 
„Die Energiewende wird auf jeden Fall gelingen“, ist sich Michael Tietjen sicher. „Doch das Geschäft ist herausfordernd geworden, da kann ein Ansprechpartner, der die Branche gut kennt, Orientierung und Hilfe bieten. Schließlich ist es ein gemeinschaftliches und ökologisch wichtiges Anliegen, dass die Energieversorgung „grün“ wird.“

Unsere Spezialisten freuen sich auf Sie

Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gern zu Ihren Vorhaben.

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