Beteiligungen

Geschlossene Fonds im Wandel

Vom grauen Kapitalmarkt zur voll regulierten Vermögensanlage.

veröffentlicht am 26.02.2015 |  
Thomas Borchert

Thomas Borchert

Spezialist für Beteiligungen

Seit Juli 2013 werden Beteiligungen an geschlossenen Fonds in Deutschland weitreichend reguliert. Gründe dafür sind die Umsetzung der AIFM-Richtlinie und das Inkrafttreten des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) zum 22. Juli 2013. Es war ein längerer Umstellungs- und Lernprozess für die Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen (BaFin) und die Fondsanbieter. Jetzt werden die ersten Angebote für Sachwertbeteiligungen wieder für Privatanleger an den Markt gebracht.

Welche Neuerungen gibt es?

Die bislang als Anbieter oder Emissionshäuser bezeichneten Unternehmen müssen bei der BaFin eine Zulassung bzw. eine Registrierung als Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) erhalten. Nach der Registrierung werden die Kapitalverwaltungsgesellschaften laufend von der BaFin kontrolliert. Damit kann die BaFin frühzeitig Fehlentwicklungen erkennen und diese durch entsprechende Eingriffe korrigieren. Die bisherigen geschlossenen Fonds werden jetzt als Alternativer Investmentfonds (AIF) in drei Arten unterteilt.

Risikogemischte Publikums-AIF

Die an Privatanleger gerichteten sogenannten risikogemischten Publikums-AIF investieren in Sachwerte wie zum Beispiel Immobilien, Flugzeuge, Schiffe oder Erneuerbare-Energien-Anlagen, die vom KAGB vorgegeben sind. Für diese Fonds gelten folgende Regeln:

  • Für das Fremdkapital ist eine Grenze von 60 % des Verkehrswertes der Vermögenswerte vorgesehen.
  • Eine Finanzierung des Fremdkapitals in einer vom Anlageobjekt abweichenden Fremdwährung ist nur noch zu 30 % möglich.
  • Mit dem Grundsatz der Risikomischung darf nur in drei im Wesentlichen gleichmäßig verteilte Sachwerte investiert werden oder es muss bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise eine Streuung des Ausfallrisikos gewährleistet sein. In der Praxis kann es zum Beispiel auch ausreichen, wenn in einer Immobilie drei gleichwertige Mietverträge mit verschiedenen Mietern vereinbart sind.

Nicht risikogemischte Publikums-AIF

Bei diesem AIF kann auf eine Risikomischung verzichtet werden. Ein Erwerb ist für einen Privatanleger nur möglich, wenn er mindestens 20.000 EUR investiert und seinen Sachverstand, seine Kenntnisse und Erfahrungen der Kapitalverwaltungsgesellschaft durch eine Erklärung darlegt.

Spezial-AIF

Für die Spezial-AIF fordert das KAGB lediglich, dass für die Anlagengegenstände eine Verkehrswertermittlung möglich sein muss. Die Spezial-AIF sind nur für semiprofessionelle Anleger ab 200.000 EUR und professionelle Anleger möglich. Auch ein Privatkunde kann als semiprofessioneller Anleger eingestuft werden, wenn er mindestens 200.000 EUR investiert und seinen Sachverstand, seine Kenntnisse und Erfahrungen der Kapitalverwaltungsgesellschaft durch eine Erklärung darlegt. Es ist für alle AIF zwingend vorgeschrieben, dass eine unabhängige Verwahrstelle eingebunden wird. Diese externe Kontrollinstanz überprüft das Eigentum an den Anlageobjekten und die Geldflüsse. Hierdurch wird das Fondsvermögen der Privatanleger noch besser gegen eine missbräuchliche Verwendung geschützt. Für jeden AIF werden zudem mindestens einmal jährlich die Vermögenswerte bewertet und der Nettoinventarwert für die Anleger ermittelt. Damit können Privatanleger erstmals die Bewertung ihrer Sachwertfonds objektiv nachvollziehen.

Die Ausnahmen

Dennoch wird es weiterhin auch außerhalb des Kapitalanlagegesetzbuches noch Anlagemöglichkeiten in strukturierte Sachwertinvestitionen geben, für die eine deutlich geringere Regulierung vorgesehen ist. So werden unter bestimmten Umständen Bürgersolar-, Windpark- oder Schiffsbeteiligungen weiterhin nur durch das Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) geregelt, das keine laufende Finanzmarktaufsicht für die Anbieter und die Fonds vorsieht. Zudem sind Konstruktionen mit Genussrechten und Schuldscheinen sowie Direktanlagen wie Container weiterhin möglich. Sachwertanlagen in Konstruktionen außerhalb des KAGB sollten daher mit besonderer Sorgfalt betrachtet werden.

Ihr Vorteil

Bei längerem Anlagehorizont bieten Sachwerte grundsätzlich attraktive Renditemöglichkeiten, denn die laufenden Erträge und Wertsteigerungen können teilweise unabhängig von Konjunktur- und Börsenschwankungen erzielt werden. Mit der Regulierung durch das KAGB werden nun die meisten in Fonds angebotenen Sachwertinvestitionen genauso umfangreich reguliert, wie die offenen Investmentfonds.

Beratung weiterhin wichtig!

Auch wenn die Investition in Sachwerte durch das KAGB geregelt wird, ist für Privatanleger eine sorgfältige Prüfung der Sachwertfonds weiterhin erforderlich. Hierfür stehen Kunden bei der BLB erfahrene Beteiligungsexperten zur Verfügung. Die bestehenden Beteiligungen werden bei unserer ganzheitlichen Vermögensberatung selbstverständlich von unseren Spezialisten berücksichtigt. Wir gehen davon aus, dass wir unseren Kunden ab April 2015 wieder Beteiligungen als geschlossene Publikums-AIF zur Verfügung stellen können. Sprechen Sie uns an!

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