Agrar- & Ernährungswirtschaft

Schwankungen beim Milchpreis werden bleiben

BLB-Landwirtschaftsexpertin Andrea Pellny empfiehlt Landwirten Risikomanagement und Liquiditätsplanung

veröffentlicht am 29.05.2017 |  
Andrea Pellny

Andrea Pellny

Firmenkunden Ernährungswirtschaft

Tags: #Agrar- & Ernährungswirtschaft

Gerade in Zeiten schwankender Milchpreise sind Landwirte mehr denn je auf eine gute Zusammenarbeit mit ihren Finanzgebern angewiesen. Andrea Pellny, Teamleiterin für landwirtschaftliche Kunden, erläutert, wie ihre Kunden aus dem Segment der Milcherzeugung die Milchkrise mit der BLB gemeistert haben und was für die Zukunft wichtig ist.

Frau Pellny, wie haben Sie und Ihre Kunden die Milchkrise erlebt?

Andrea Pellny: Da der Nordwesten eine Grünlandregion ist und sich insbesondere für Milchviehhaltung anbietet, hat die Krise in der Milchwirtschaft unsere Region stark getroffen. Vor allem Milchviehbetriebe, die in den vergangenen Jahren viel über Fremdkapital investierten, hatten in der Milchkrise Schwierigkeiten, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Viele von ihnen waren gezwungen, Liquiditätshilfe in Anspruch zu nehmen. Letztlich ist es uns aber gelungen, für jeden unserer Kunden eine bedarfsorientierte Lösung zu erarbeiten und so die Krise gemeinsam zu meistern.

Welche Erfahrungen haben Sie während der Milchkrise gesammelt?

Es ist einfach sehr wichtig, kaufmännisch zu handeln, um einen großen Betrieb managen zu können.

Andrea Pellny: Wir haben festgestellt, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit zwischen Milcherzeugern, Beratern und Banken ist. Entsprechend sollten Milcherzeuger die finanzierenden Banken in Krisensituationen frühzeitig einbinden.

Wie stelle ich meinen Betrieb richtig auf, um für die nächste Krise gewappnet zu sein?

Andrea Pellny: Indem Sie dem Risikomanagement eine hohe Bedeutung einräumen. Seit einigen Monaten haben sich die Milchauszahlungspreise glücklicherweise wieder etwas erholt. Die langfristigen Perspektiven sind positiv. Allerdings darf die aktuelle Entwicklung nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns auch künftig auf Preisschwankungen – und damit auch auf sinkende Preise – einstellen müssen. Deshalb empfehlen wir unseren Kunden, dass sie sich mit ihren individuellen Kosten auseinandersetzen. Jeder Landwirt sollte wissen, zu welchen Kosten er die Milch heute, aber auch morgen produzieren kann. Es ist einfach sehr wichtig, kaufmännisch zu handeln, um einen großen Betrieb managen zu können.

Was kann ich konkret tun, um mich vor Liquiditätsengpässen zu schützen?

Andrea Pellny: Um die Zahlungsfähigkeit des Betriebes auch in Krisenzeiten sicherzustellen, raten wir zu einer Liquiditätsplanung für mindestens zwölf Monate. Diese sollte bei Milchpreisänderungen laufend angepasst werden. Wer in guten Zeiten Liquiditätsüberschüsse erwirtschaftet, sollte möglichst einen Teil davon zur Bildung von Reserven nutzen, wobei die Höhe im Einzelfall bestimmt wird.

Kann ich meinen Betrieb in finanzieller Hinsicht auch mit anderen vergleichen?

Andrea Pellny: Ja, dies ist aber nur sinnvoll, wenn die Betriebe von der Struktur, zum Beispiel im Hinblick auf die Anzahl der Kühe oder die Flächenausstattung, ähnlich sind. So können gegebenenfalls Verbesserungsmöglichkeiten in Betriebsabläufen oder Defizite in den Kostenpositionen erkannt und optimiert werden.

Finanzieren können viele – warum sollte ich als Kunde ausgerechnet zur BLB kommen?

Andrea Pellny: Weil wir auf dem Gebiet der Landwirtschaft echte Spezialisten sind und unsere Kunden auf Augenhöhe beraten. Einige Kollegen betreuen ausschließlich landwirtschaftliche Kunden. Fast alle von ihnen haben einen familiäreren landwirtschaftlichen Hintergrund und/oder ein abgeschlossenes Agrarstudium. Ich bin selbst auf einem Hof aufgewachsen und habe deshalb immer schon Tuchfühlung zu diesem Segment gehabt – das ist enorm hilfreich. Auf diese Weise habe ich als Beraterin einen guten Zugang zu meinen Kunden und verstehe die Materie von Grund auf. Zudem erweist sich mein Studium als Agraringenieurin als sehr nützlich für meine Arbeit. Denn Betriebe wachsen und damit auch die Investitionen und Finanzierungssummen.

Wer sind denn hauptsächlich Ihre Kunden?

Andrea Pellny: Unser Engagement in diesem Segment ist hauptsächlich regional. Dabei liegt unser Fokus auf größere, unternehmerisch geführte landwirtschaftliche Wachstumsbetriebe im Nordwesten Deutschlands.

Frau Pellny, vielen Dank für das Gespräch!

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