Agrar- & Ernährungswirtschaft

Agrarrohstoffe: Milch-Futures weiter auf Rekordniveau

Warentermingeschäfte an der European Energy Exchange nehmen Fahrt auf

veröffentlicht am 17.03.2017 |  
Alessa Drabandt

Alessa Drabandt

Firmenkunden Ernährungswirtschaft

Die Warentermingeschäfte an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig nehmen Fahrt auf: So wurden hier im letzten Quartal 2016 über 6.500 Kontrakte aus dem Milchkomplex gehandelt. Das entspricht einem Warenäquivalent von immerhin rund 32.500 to. Und nahezu einer Verdoppelung des Kontraktvolumens gegenüber dem Vorquartal! Ein Zeichen dafür, dass der Markt erkennbar liquider wird. „Eine wesentliche Voraussetzung für einen sinnvollen Einsatz der börslichen Preissicherung“, sagt Alessa Drabandt, Spezialistin für Agrar- und Ernährungswirtschaft bei der BLB.

Neue Situation für Landwirte und Molkereien

Preissicherung kann über den Fortbestand des Betriebs entscheiden und eröffnet neue Vermarktungschancen.

Aus der Tiefpreisphase nach dem Wegfall der Milchquote im April 2015 wurde deutlich, dass sich deutsche Milcherzeuger und deren Molkereien künftig noch stärker auf dem globalen Milchmarkt behaupten und insbesondere mit den zunehmenden Preisschwankungen umgehen müssen. Wer in Zukunft auch in schwierigen Marktphasen stabil und profitabel aufgestellt sein will, sollte sich jetzt einen kompetenten Dienstleister suchen und sich intensiv mit den Instrumenten für das Risikomanagement vertraut machen. Warentermingeschäfte sind interessant, denn sie ermöglichen es, die zu erzielende Wertschöpfung aus den Produkten abzusichern und eröffnen neue Vermarktungschancen. Es handelt sich dabei um eine klassische Absicherung, die weit entfernt von jeder Spekulation ist und über den Fortbestand des Betriebs entscheiden kann.

Learning by Doing

„Viele Unternehmen sind bereits aktiv geworden“, weiß Alessa Drabandt. „Sie haben sich ein Konto angelegt, um erste Erfahrungen auf dem Markt mit Warentermingeschäften zu sammeln. Learning by doing – dabei stehen wir unseren Kunden gerne zur Seite. Beispielsweise ist es wichtig, das Hedging auf die individuellen Verwertungsrichtungen und Kontraktlaufzeiten abzustimmen.“ Tatsächlich ist die BLB beim Terminhandel mit Getreide und Ölsaaten Marktführer in Deutschland und verfügt über langjährige Erfahrung. Weil die Bank viele langjährige Kunden in der Milchwirtschaft hat, liegt eine Ausdehnung des Geschäftsbereichs nahe.

In anderen Ländern längst etabliert

In anderen Ländern sei die Absicherung der Produktion durch Terminkontrakte, so Drabandt, längst gang und gäbe. In den USA beispielsweise sei die Thematik Teil der Ausbildung für Landwirte, berichtet die Agrarspezialistin. „Die Struktur der Erzeuger ist dort schon lange so, wie sie sich zunehmend auch in Deutschland etabliert: große, profitable Produzenten, die nach betriebswirtschaftlichen Vorgaben geführt werden. Auch die Infrastruktur an Dienstleistern und Brokern rund um das Börsengeschäft entwickelt sich hierzulande erst.“

Finanzierung und Preissicherung im Zusammenwirken

Vor jedem Investment steht eine genaue Analyse des Unternehmens, seines Geschäfts und der Marktchancen.

Es bestehen aus der Tiefpreisphase weiterhin hohe Vorratsbestände z.B. an Magermilchpulver. Diese binden Liquidität und wollen finanziert werden. Hier können wir als BLB gemeinsam mit dem Kunden spezielle und individuelle Lösungen zur Bestandsfinanzierung entwickeln. Drabandt: „Abgesicherte Waren lassen sich besser finanzieren. Wir profitieren dabei von unserer großen Erfahrung als Anbieter von Finanzierung und Preissicherung von Agrarrohstoffen aus einer Hand.“

Die BLB analysiert das Geschäftsmodell des Kunden genau.

Ob Warentermingeschäfte zu einem Unternehmen der Milchwirtschaft passen, liegt an der individuellen Wertschöpfungskette bzw. an dem Produktmix. Generell gilt, dass Commodities wie Milchpulver, Molkepulver und Butter, die an den Börsen gehandelt werden, gut abgesichert werden können. Für hochverarbeitete Produkte ist die Absicherung weniger gut möglich, da der Preis des Produkts maßgeblich vom Veredlungsprozess oder durch Marketingmaßnahmen bestimmt wird. Die BLB begleitet Kunden in dieser Branche schon lange und kennt die Betriebe von innen. Vor jedem Investment steht eine genaue Analyse des Unternehmens, seines Geschäfts und der Marktchancen. „Die kleinste Einheit, die gehandelt werden kann, sind 100.000 Kilogramm Milch. Deshalb ist die Milchpreissicherung nur etwas für Molkereien, Milchverarbeiter, -händler und Großbetriebe ab 500 Milchkühen“, erklärt Alessa Drabandt.

Sie setzt auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Bank: „Der erste Milchwirtschaftstag, den wir im September 2015 veranstaltet haben, war ein Erfolg. Wir konnten den Austausch mit Erzeugern und Molkereien deutlich intensivieren.“ Fortsetzung folgt. Die nächste Veranstaltung findet am 3. Mai 2017 statt.

Wer künftig auf dem Milchmarkt bestehen will, wird sich auch mit Warentermingeschäften befassen müssen. Ein erfahrener Partner ist da sicherlich willkommen.

Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gern zu allen Fragen des Warentermingeschäfts.

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