Agrar- & Ernährungswirtschaft

Hohe Rohstoffintensität und Marktvolatilität erfordern ein aktives Risikomanagement

Risiko- und Rohstoffmanagement sind Zukunftsthemen der Molkereibranche

Kaufmännisch betrachtet ist der Rohstoff Milch der Hauptkostenfaktor für Molkereien. Zugegeben: Mal ist er im Überfluss vorhanden – manchmal jedoch mangelt es an verfügbarer Rohmilch. Dies ist zeitlich wie regional sehr unterschiedlich. Die Kunst der Molkerei ist es, bei dem schwankenden Angebot die jeweils höchste Wertschöpfung zu gewinnen. Immer in Abhängigkeit von der Verwertungsrichtung und den Kontraktlaufzeiten. Die Preise für Milch- und Milchprodukte schwanken jedoch nicht nur aufgrund der – mittlerweile weltweiten – Angebots- und Nachfragesituationen, sondern auch durch den Rückzug der staatlichen Regulierung und Wechselkursentwicklungen.


2. BLB-MilchwirtschaftsTag

Mehr erfahren


Warentermingeschäfte als Teil eines aktiven Risikomanagements

In Preisschwankungen stecken Chancen, jedoch auch Risiken. Ein wichtiges Ziel ist es daher, ein hohes Maß an Kalkulationssicherheit zu erlangen. Dieses Interesse eint sowohl Milcherzeuger als auch Milchverarbeiter entlang der Wertschöpfungskette. Jedoch ist es nicht immer möglich, durch physische Kontrakte eine ausreichende Preissicherung und somit Kalkulationssicherheit zu erreichen. Diese Lücke kann mittlerweile durch den geschickten Einsatz von Warentermingeschäften geschlossen werden. Dr. Henning Brand-Saßen, Spezialist für Agrar- und Ernährungswirtschaft bei der BLB, nennt ein einfaches Beispiel aus dem Produktverkauf: „Bei Magermilchpulver werden häufig langfristige Verträge mit festen Preisen abgeschlossen. Dies kann gerade in Niedrigpreisphase ein Risiko darstellen. An eventuellen Preisanstiegen kann mit diesen fixierten Mengen nicht mehr teilgenommen werden.“ Neben der Absicherung können sich durch Warentermingeschäfte auch erweiterte Vermarktungsmöglichkeiten ergeben. Dies sind zwei wichtige Gründe, weshalb sich die Milchbranche momentan intensiv mit den Instrumenten der Börse beschäftigt.

Momentanes Motto: Learning by Doing

"Learning by doing – dabei stehen wir unseren Kunden gerne beratend zur Seite."
- Hella Otten

„Viele Unternehmen sind bereits aktiv geworden“, weiß Hella Otten, Spezialistin für Risikomanagement Agrar bei der BLB. „Sie haben sich ein Konto angelegt, um erste Erfahrungen auf dem Markt mit Warentermingeschäften zu sammeln. Learning by doing – dabei stehen wir unseren Kunden gerne beratend zur Seite.“ Beispielsweise sei es wichtig, das Hedging auf die individuellen Verwertungsrichtungen und Kontraktlaufzeiten abzustimmen.

Tatsächlich ist die BLB beim Terminhandel mit Getreide und Ölsaaten Marktführer in Deutschland und verfügt über langjährige Erfahrung. Weil die Bank viele langjährige Kunden in der Milchwirtschaft hat, liegt eine Ausdehnung des Geschäftsbereichs nahe.

Oft genanntes Vorurteil: Mangelnde Liquidität

Wer bereits an der Börse aktiv ist, weiß, dass die Liquidität deutlich gestiegen ist. So hat sich die insgesamt gehandelte Menge in den Molkereiprodukten an der EEX in 2016 mit über 82.000 Tonnen fast verdreifacht. Hella Otten: „Auch das Jahr 2017 ist vielversprechend gestartet. Oftmals gibt es auch einen Unterschied zwischen der vorhandenen und der am Handelsschirm sichtbaren Liquidität. Erstere ist in der Regel deutlich größer.“

Warentermingeschäfte für Fortgeschrittene: Prämienkontrakte

Für Unternehmen, die bereits Erfahrungen an der Börse gesammelt haben, gibt es weitere Einsatzmöglichkeiten. Im nächsten Schritt können Warentermingeschäfte zum Beispiel als Basis für Prämienkontrakte genutzt werden. Als Preis wird in diesen Kontrakten lediglich der Abstand zur Börse definiert. Dies hat den Vorteil, dass sich sowohl der Verkäufer als auch der Käufer der physischen Ware individuell und unabhängig voneinander den finalen Preis sichern kann. Auch sind durch diese Art des Geschäftsabschlusses längerfristige Verträge möglich.

Finanzierung und Preissicherung im Zusammenwirken

"Abgesicherte Waren lassen sich besser finanzieren"
- Dr. Henning Brand-Saßen

Es bestehen aus der Tiefpreisphase weiterhin hohe Vorratsbestände an Produkten wie Magermilchpulver. Diese binden Liquidität und wollen finanziert werden. Hier können wir als BLB gemeinsam mit dem Kunden spezielle und individuelle Lösungen zur Bestandsfinanzierung entwickeln. Dr. Henning Brand-Saßen: „Abgesicherte Waren lassen sich besser finanzieren. Wir profitieren dabei von unserer großen Erfahrung als Anbieter von Finanzierung und Preissicherung von Agrarrohstoffen aus einer Hand.“

BLB veranstaltet am 3. Mai zweiten Milchwirtschaftstag

Um ihre Kompetenz für die Unternehmen der Milchwirtschaft zu präsentieren, veranstaltet die BLB am 3. Mai den zweiten Milchwirtschaftstag. Bereits im Herbst 2015 hat die Bank mehr als 60 Vorstände, Geschäftsführer und Entscheider aus der gesamten Bundesrepublik zur Premiere dieser Veranstaltung empfangen und sie über aktuelle Themen der Branche, wie Marktentwicklungen und neue Vermarktungsmöglichkeiten durch den Einsatz von Warentermingeschäften, informiert. Am 3. Mai 2017 folgt die Fortsetzung.

Unsere Spezialisten freuen sich auf Sie

Vereinbaren Sie jetzt einen Gesprächstermin!

War dieser Artikel hilfreich?