Agrar- & Ernährungswirtschaft

Agrarrohstoffe: Milch-Futures weiter auf Rekordniveau

Warentermingeschäfte an der European Energy Exchange nehmen kräftig zu

veröffentlicht am 25.03.2017 |  
Michael Lutzke

Michael Lutzke

Spezialist für Risikomanagement Agrar

Tags: #Agrar- & Ernährungswirtschaft

Warentermingeschäfte im Milchsektor liegen im Trend: So wurden an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig im ersten Quartal 2017 Milchprodukte mit einem Warenäquivalent von 30.840 Tonnen gehandelt. Ein Plus gegenüber dem vorigen Quartal von 20 Prozent – und zugleich ein neuer Rekord! Diese Entwicklung an der EEX zeigt, dass der Markt erkennbar liquider wird und die Anzahl aktiver Marktteilnehmer steigt.

Auch der deutsche Milchsektor sammelt zunehmend Erfahrungen mit Warentermingeschäften. Das Interesse an dem Thema ist nach wie vor sehr groß. Die Anzahl der Kundenanfragen und die Intensität der Diskussionen wären so vor zwei Jahren nicht denkbar gewesen. Mittlerweile kann man sagen, dass alle großen Akteure im Milchsektor intensiv prüfen, ob und wie man Warenterminmärkte sinnvoll einsetzen kann. Nicht wenige Unternehmen haben bereits Konten eröffnet und bauen das Handelsgeschäft an der Börse kontinuierlich weiter aus.

Generell sind die Einsatzmöglichkeiten sehr vielfältig und müssen immer auf die individuellen Gegebenheiten vor Ort abgestimmt werden. Gerade Marktteilnehmer ohne bisherige Erfahrungen in diesem Bereich assoziieren fälschlicherweise schnell Attribute wie „Spekulation“ und „Risiko“ mit Börsengeschäften. Wer näher hinschaut merkt jedoch, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Warenterminmärkte sollen Kalkulationssicherheit geben und Preisrisiken reduzieren. Zudem können Sie marktabhängig immer dann eingesetzt werden, wenn der physische Markt nicht so genutzt werden kann, wie man es gerne möchte.

Unternehmen, die mit ersten Geschäften am Warenterminmarkt starten, haben immer wieder „Aha-Erlebnisse“. Allein die tägliche Beobachtung der Aktivitäten an der Börse vermittelt bereits ein Gefühl für Preiszusammenhänge und handelbare Mengen. Man stellt fest, dass Preisreaktionen relativ schnell stattfinden. Warenterminmärkte verarbeiten verfügbare Informationen in der Regel schneller als der physische Markt und machen diese für alle Markteilnehmer transparent. Zudem wird man feststellen, dass es immer wieder Tage gibt, an denen weit über 1.000 Tonnen gehandelt werden. Auch größere Mengen lassen sich also bei entsprechender Marktlage an der Börse platzieren.

Natürlich wird auch immer wieder über eine Weiterentwicklung des Produktportfolios an der EEX gesprochen. Mit Spannung erwartet der Markt hier die Entscheidung der Börse bezüglich der Einführung eines Rohmilchkontraktes. Gerade für die Erzeugerseite könnte dies eine deutliche Erleichterung im Handel darstellen. Die Börse wird sich hierzu in den nächsten Monaten äußern.

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