Forex-Report 14.11.2017
BIP-Daten ein Weckruf an EZB!
Chinas Datenpotpourri per Oktober etwas weniger dynamisch
Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Jahresvergleich um 10,0% nach zuvor 10,3%. Die Industrieproduktion legte im Jahresvergleich um 6,2% nach zuvor 6,6% zu. Städtische Investitionstätigkeit nahm im Jahresvergleich um 7,3% nach zuvor 7,5% zu.
BIP-Erstschätzung 3. Quartal
Die Erstschätzung des deutschen BIP per 3. Quartal lieferte einen Wachstumsclip in Höhe von 0,8% im Quartalsvergleich (Prognose 0,6%). Im Jahresvergleich ergab sich ein Anstieg um 2,3%.
Verbraucherpreise finale Berechnung
Die deutschen Verbraucherpreise verzeichneten per Oktober im Monatsvergleich ein unverändertes Ergebnis. Im Jahresvergleich kam es zu einer Zunahme um 1,6%.
Federal Budget defizitär
Das Federal Budget als Teilmenge der öffentlichen US-Verschuldung wies per Oktober einen Fehlbetrag in Höhe von 63,2 Mrd. USD aus (Prognose 62,0 Mrd. USD, Vorjahr -44,2 Mrd. USD).
DAX Börsenampel

Aktuell
Ab 13.220 Punkten
Ab 13.260 Punkten
Märkte

DAX 13.074,42 - 53,05
EuroStoxx50 3.574,52 - 19,24
Dow Jones 23.439,70 +17,49
Nikkei 22.380,01 - 0,98
Brent 62,87 - 0,68
Gold 1.276,20 - 0,62
Silber 17,03 +0,10
Tv-Auftritte

Heute um 14.15 Uhr
n-tv

Folker Hellmeyer im Interview mit FOCUS MONEY

Einmal im Monat kommentiert Foker Hellmeyer das Finanzgeschehen im Videointerview.

Hier geht es zum Youtube-Channel von money.de

Technik und Bias

New York Far East Unterstützung Widerstand Bias
EUR-USD 1.1655 – 1.1672 1.1662 – 1.1676 1.1620 1.1590 1.1550 1.1700 1.1730 1.1750 Negativ
EUR-JPY 132.32 – 132.62 132.49 – 132.74 132.00 131.70 131.50 133.00 133.20 133.50 Neutral
USD-JPY 113.46 – 113.67 113.52 – 113.73 113.20 1123.0 112.60 114.10 114.50 114.70 Positiv
EUR-CHF 1.1611 – 1.1629 1.1622 – 1.1637 1.1540 1.1500 1.1480 1.1640 1.1670 1.1710 Positiv
EUR-GBP 0.8881 – 0.8919 0.8890 – 0.8915 0.8830 0.8800 0.8770 0.8920 0.8940 0.8970 Neutral

BIP-Daten ein Weckruf an EZB!

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1672 (07.33 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1639 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 113.61. In der Folge notiert EUR-JPY bei 132.61. EUR-CHF oszilliert bei 1.1633.

Risikoaversion leicht rückläufig!
Die zuletzt dynamisch zugenommene Risikoaversion, sich nahezu solitär zeigend in Abverkäufen an den europäischen  und japanischen Aktienmärkten (!), ist heute früh deutlich nivelliert.
Es mag Sinn machen, wenn US-Aktienmärkte nicht nachhaltig auf die US-Steuerreformdebatten reagieren, bei uns nicht die Attitüde der Überreaktion zu pflegen. Auch aus dem Nahen Osten erreichten uns gestern keine neuen verstörenden Meldungen.

Vielmehr erfreuen wir uns heute früh an extrem guten deutschen Wirtschaftsdaten!
Völlig unerwartet lieferte die erste Schätzung des deutschen BIP per 3. Quartal ein Wachstumsclip von 0,8%. Die Prognose lag bei 0,6%. Auch der Blick auf die Komponenten des Wachstums ist erfrischend. Konsum, Investitionen und Exporte sind tragende Elemente der Expansion des BIP, das weit jenseits aller akademisch ermittelten Potentialwachstumsraten liegt.
Diese Erstschätzung inkludiert die Chance, dass auch die später folgende Erstschätzung des BIP der Eurozone die Erwartungen übertreffen wird.
Die Eurozone ist im laufenden Jahr ebenso wie 2016 die positive Überraschung in der Weltwirtschaft. Das gilt sowohl für die quantitative, aber vielmehr noch für die qualitative (wiederkehrende Einkommen!) Betrachtung!

Vor diesem Hintergrund sind die aktuellen deutschen Daten, aber auch die nachfolgenden Daten der Eurozone (11 Uhr) ein Weckruf in Richtung der EZB.
Gestern  fabulierte Herr Constancio als Vizechef des EZB-Rats von der Notwendigkeit der weiteren Alimentation der europäischen Wirtschaft durch die EZB. Wir nehmen derartige Einlassungen zur Kenntnis und mahnen, dass eben nicht der Kreditzyklus maßgeblich für die Expansion des BIP der Eurozone verantwortlich zeichnet.
Stellen wir uns vor, dass der Kreditzyklus auch noch anspringt. Wo läge dann das Wachstum?
Die den Zentralbanken untergeordneten Wirtschaftsräume zahlen am Ende immer den Preis, wenn die Zentralbanken nicht „vor der Kurve“, sondern „nach der Kurve“ agieren. Das sagt zumindest die anekdotische Evidenz!

Bei dem Blick auf die USA dominieren Sorgen bezüglich der Qualität der Expansion:
Das Federal Budget als Teilmenge der öffentlichen US-Verschuldung wies per Oktober einen Fehlbetrag in Höhe von 63,2 Mrd. USD aus. Die Prognose lag bei 62,0 Mrd. USD.
Im Vorjahr war das Defizit bei „nur“ 44,2 Mrd. USD angesiedelt. Auch im Vormonat September (Steuermonat) lieferte der Jahresvergleich eine Ernüchterung. Per September 2017 lag der Überschuss bei 8,00 Mrd. USD, während er sich im Vorjahr auf 33,4 Mrd. USD stellte. Seinerzeit lag das Steueraufkommen bei 356,6 Mrd. USD, in diesem Jahr lag das Steueraufkommen per September bei 348,7 Mrd. USD.

Der Vorjahresvergleich unterstreicht im Gegensatz zu der hohen Qualität der Eurozone die schwache qualitative Ausprägung der wirtschaftlichen Expansion in den USA.

Aktuell ergibt sich ein Szenario, das eine positive Haltung bezüglich der Bewertung des USD favorisiert. Erst ein Überwinden der Widerstandszone bei 1.1730 - 50 negiert den positiven Bias des USD.               

Viel Erfolg!

ZEW-Sentimentindex/ZEW Lageindex - November
Nov. 11:00

Konsensus

20,0/88,0

Bewertung

Wirtschaftsdaten sind kein Hinderungsgrund.

Bedeutung

Mittel

Erstschätzung BIP (Q/J) - 3. Quartal
Nov. 11:00

Konsensus

0,6%/2,5%

Bewertung

Ist Luft nach oben?

Bedeutung

Hoch

Industrieproduktion (M/J) - September
Nov. 11:00

Konsensus

-0,6%/3,2%

Bewertung

Negative Reaktion auf starken Vormonatswert erwartet.

Bedeutung

Mittel

Erzeugerpreise (M/J) - Oktober
Nov. 14:30

Konsensus

0,50%0,1%/2,4%

Bewertung

Keine bahnbrechenden Erkenntnisse erwartet.

Bedeutung

Gering

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