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Marktausblick November 2016

Chefanalyst Folker Hellmeyer über die Entwicklungen der Märkte

veröffentlicht am 03.11.2016 |  
Folker Hellmeyer

Folker Hellmeyer

Chefanalyst

Fokus auf die US-Wahl!

Die politischen Einflüsse sind weiter für die Realwirtschaft, aber insbesondere die Finanzmärkte von prägender Bedeutung.

Kaum hat man den wahrscheinlichen, aber längst nicht sicheren Brexit verdaut und voller Erstaunen festgestellt, dass die Welt sich weiterdreht, da steht die Präsidentschaftswahl am 8. November vor der Tür und liefert ein erneutes Eventrisiko.

Nun hat es der US-Wähler wahrlich nicht leicht. Fakt ist, dass sich Hillary Clinton und Donald Trump aus einer US-Bevölkerung von 330 Millionen Menschen als Kandidaten durchgesetzt haben, Qualität der Kandidaten hin oder her.

Während der Auswahlprozess für Trump nicht von der Partei unterstützt wurde, gab es bei den Demokraten einen grotesk unfairen Auswahlwettbewerb (nachgewiesen durch Wikileaks), in dem Bernie Sanders schlussendlich die Segel streichen musste. Letzteres ist für die weitere Entwicklung der USA bedauerlich.

Die Märkte und das US-Establishment lehnen Trump ab. Sie unterstützen Hillary Clinton. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Zeilen liegt die Wahrscheinlichkeit eines Wahlsiegs Clintons laut Angaben aus den USA bei 93%. Die Finanzmärkte haben damit faktisch den Sieg Clintons schon diskontiert. Anders lassen sich die stabilen US-Aktienmärkte und der starke USD gegenüber dem Euro und Gold nicht erklären.

Im dritten Quartal ergab sich nach anfänglichen positiven Hoffnungswerten für die US-Konjunkturlage am Ende ein unbefriedigendes Bild. Das unterproportionale US-Wachstum als Folge struktureller Defizite hält weiter an.

Positive Überraschungen in der Eurozone

Ganz anders läuft es in der Eurozone. Hier dominieren die positiven Überraschungen am Laufband. Die spanische und französische Arbeitslosigkeit ging zuletzt unerwartet stark zurück. Der deutsche IFO Index übertrifft alle Erwartungen. Italiens positive Auftrags- und Produktionsdaten verwundern Laien und bringen Experten zum Staunen und der Economic Sentiment Index der gesamten Eurozone legte völlig unerwartet per Oktober auf 106,3 Punkte zu und markierte damit den höchsten Stand seit Dezember 2015.

In dieser Lage will die US-Zentralbank Federal Reserve nassforsch die Zinsen erhöhen und die EZB hält an Negativzinsen und quantitativen Maßnahmen fest. Nicht nur bezüglich quantitativer, sondern auch qualitativer Aspekte der Wirtschaftslage müssen diese Widersprüchlichkeiten ultimativ aufgelöst werden. Der Realität entkommt weder die Federal Reserve noch die EZB!

Vor den US-Wahlen werden keine dramatischen neuen Trends eingeschlagen. Risikoaversion sollte sukzessive zunehmen, je näher wir an den Termin herankommen.

Für die Aktienmärkte ergeben sich damit leichte Abwärtspotenziale im Vorwege:

Sollte Clinton gewinnen, wird es dennoch in Zeitnähe zu einer technischen Korrektur um circa 5% - 7% an Aktienmärkten kommen, bevor die Jahresendrally dann gestartet wird.

Sollte Trump sich durchsetzen, (die Chance ist größer, als sie dargestellt wird) käme es zu einem vergleichbaren Szenario wie bei dem Brexit. Ein Einbruch um circa 10 Prozent in kurzer Zeit stünde auf der Agenda, der aber keine Trendfähigkeit begründen wird. Der Rest der Welt außerhalb USA, UK und Japan ist konjunkturell zu widerstandsfähig.

Folker Hellmeyer

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