Forex-Reports & Marktberichte

Marktausblick Mai 2017

Chefanalyst Folker Hellmeyer über die Entwicklungen der Märkte

veröffentlicht am 10.05.2017 |  
Folker Hellmeyer

Folker Hellmeyer

Chefanalyst

Kontinentaleuropa bleibt auf der Überholspur – politische Risiken bestehen weiter

Die größten positiven Überraschungen liefert Kontinentaleuropa. Weder haben die Wahlen in den Niederlanden noch die französischen Präsidentschaftswahlen die Ergebnisse geliefert, die die Europaskeptiker wünschten, erwarteten oder unterstellten. Damit fallen zunehmend politische Risiken bezüglich der EU, der Eurozone und des Euros.

Positive Wirtschaftsdaten lassen in der Eurozone mehr Wachstum erwarten 

Die Konjunkturdaten, die wir aus der Eurozone erhalten, sind nahezu durchgehend positiv geprägt. Der aktuelle Economic Sentiment Indicator für den Monat April 2017 kletterte mit 109,6 Punkten auf den höchsten Stand seit September 2007. In Deutschland markiert der viel beachtete IFO-Index das höchste Niveau seit 2011. Die Einkaufsmanagerindizes Frankreichs mäandern auf den höchsten Niveaus seit sechs Jahren. Anders als in den USA springen in Kontinentaleuropa jedoch nicht nur die Sentimentdaten an, sondern die harten Wirtschaftsdaten stehen in einem sinnvollen Einklang mit diesen Tendenzen.
In der Folge sehen sich derzeit viele Institutionen – unter ihnen der IWF, die führenden Wirtschaftsinstitute und die deutsche Bundesregierung – gezwungen, ihre Wachstumsprognosen für das laufende Jahr nach oben anzupassen. Damit nähern sich diese Institutionen unseren Prognosen aus dem Jahresausblick 2017 an.
Für die EZB entsteht vor diesem Hintergrund zunehmend Handlungsdruck, sich von der extremen Zins- und Geldpolitik sukzessive zu verabschieden. Richtung Juni 2017 sollte ein zarter Einstieg in den Ausstieg aus der Extrempolitik geliefert werden.

USA zurück auf dem Boden der Tatsachen

Aus den USA erreichen uns wild divergierende Signale. Die Stimmungsindikatoren markierten in den ersten drei Monaten mehrjährige Höchstwerte, während die harten Fakten enttäuschten. Aus diesem Grund sank die Prognose für das Wachstum der US-Wirtschaft im ersten Quartal ausgehend von Niveaus um 3% auf zuletzt 0,5% in der auf das Jahr hochgerechneten Fassung. Diese Divergenz zwischen Gefühl und realer Welt muss sich auflösen. Jüngste Sentimentdaten weisen in Richtung eines verringerten Realitätsverlusts.

Seidenstraße beflügelt Konjunktur Chinas

Aus China, das hier stellvertretend für die aufstrebenden Länder thematisiert wird, kamen überraschend positive Konjunkturdaten im ersten Quartal. Das Wachstum stellte sich auf 6,9% im Jahresvergleich. Eine leicht zunehmende Konjunkturdynamik im sachlichen Zusammenhang mit der Umsetzung des Projekts Seidenstraße zeichnet die Konjunkturlage der aufstrebenden Länder aus.

Geopolitische Risiken belasten weiter

Geopolitische Risiken bleiben auf der Agenda. Die Chancen der Deeskalation sind seitens der Trump-Administration im Umgang mit Russland und China nicht wahrgenommen worden. Die Hotspots Nordkorea, Südchinesisches Meer, Syrien und Ukraine belasten weiter.

Für den DAX bleibt immer noch Luft nach oben

Der DAX markierte neue historische Höchstmarken. Grundsätzlich ist weiterer Aufwärtsspielraum gegeben. Nach dem aktuellen Anstieg sind Korrekturen jedoch nicht auszuschließen, ein Trendwechsel ist nur bei massiven geopolitischen Verschärfungen realistisch. Die Bewertung ist sowohl bezüglich des Kurs-Gewinnverhältnisses als auch der Dividendenrendite unverändert konservativ.

Das Kapitalmarktzinsniveau sollte sich im Jahresverlauf weiter erhöhen. Von derzeit 0,35% sollte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe Richtung Jahresende das Niveau um 1% ansteuern.
Der Euro konnte zuletzt leicht an Boden gewinnen. Im Verhältnis zum USD liegen die Kursziele im Jahresverlauf weiter bei 1,15.

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